Sonntag, 23. März 2014

Caples Track

Vor drei Wochen war ich in QUEENSTOWN. Von dort hab ich ja letztens noch berichtet. Ben Lomond und erneute Begegnungen und so. Am 5. März, das war ein Mittwoch, hab ich mich dann morgenfrühs mit meinem großen Rucksack, Schlafsack, ja, meinem Kochtopf, und Essen auf den Weg Richtung GLENORCHY gemacht. Das ist am anderen Ende des Lake Wakatipu, falls einige fleißig bei Google Earth folgen ;) Dorthin hab ich ein Shuttle genommen, was sich auf Wanderer wie mich spezialisiert hat. Die Fahrt nach Glenorchy war wirklich schön mit Ausblicken auf die Berge, den See und die Täler nördlich von Glenorchy (wo übrigens Herr der Ringe gedreht wurde. Isengard und so). In Glenorchy, nach einer guten Stunde, durfte ich dann zusammen mit drei anderen umsteigen. Während der Großteil unserer Freunde aus dem Bus zum weltberühmten Routeburn Track gefahren wurde, gings für zwei von uns zum Rees-Dart-Track, für die anderen zwei zum Greenstone-Caples. Da ich im Caples-Team war und wir zuerst zum Rees-Dart sind, bekamen wir das Rees-Valley auch noch zu sehen. Richtig gut! Rundfahrt durch die Glenorchy-Ecke. Oh! Ein Ort hier heißt übrigens PARADISE. Kein Witz. Ich kann mir schon denken, wieso.
Jedenfalls hat es dann Ewigkeiten gedauert, bis wir endlich mal am Start des Greenstone-Caples-Tracks waren (komplett andere Richtung als das Rees-Valley ...) aber ich hatte eh nur zwei, drei Stunden Wanderung vor mir am ersten Tag. Die nahm ich dann eben in Angriff. Durch Wälder, über Wiesen, meistens aber am Waldrand mit Blicken über die Wiesen und den Caples River, der sich im Tal hinunterschlängelte. So wahnsinnig idylisch. Kühe gabs auch. Auf den Wiesen und im Wald. Die scheinen den Caples Track auch zu mögen, standen auch gerne mal mitten auf dem Weg oder kamen mir entgegen. Why not?
Ich schaute mir alles also genau an, genoss die Sonne, setzte mich an den Bach und las ein wenig. Das gute Leben eben. Nachdem eine letzte kleine Brücke oberhalb einer Klamm überquert war, sah ich die Mid Caples Hut vor mir, meine Berghütte. Die war, ich hab so ein Glück, zwei Wochen zuvor erst neu eröffnet worden. Und ich hab eins der Betten am Fenster bekommen. Super Blick in die Berge! Und ja, hat mich sehr an den Aspiring Track erinnert von der Lage und dem Ausblick – nur, dass ich Berge dann doch nicht gaaanz so hoch waren.
Den Abend verbrachten wir, die jüngeren Hüttenbesucher, als bunter Haufen aus Israelis, Deutschen und einer Schwedin mit guten, alten Kartenspielen.

Für den nächsten Tag stand nur laufen auf dem Plan. Von der Mid Caples Hut gings überwiegend durch die Wälder des oberen Ende des Tals, dann langsam aber stätig höher und höher hoch in die Berge, bis ich nach einigen Stunden endlich den McKellar Sattel, den höchsten Punkt meiner Wanderung, erreichte. Ich war ja so froh, als ich oben war. Ich hatte mich auf dem Weg nach oben erstmal schön auf den Steinen hingelegt (meine Leggings hat ein großes Loch am Knie ...), weshalb ich oben meine Pause noch mehr genoss, und bei super Ausblick auf die Berge Mittag machte und mein Knie schonte.
Über den Sattel ging es dann ins Greenstone Valley mit super Blicken auf die Berge auf der anderen Seite des McKellar. Mhhhh, schön! Der Abstieg war ziemlich steil, der Weg aber einfach und super ausgebaut, also nicht wahnsinnig anspruchsvoll. Dennoch war es schön und im Tal wartete mit Lake McKellar definitiv eins der Highlights der Wanderung auf mich. Der See füllte quasi das Tal aus mit Wäldern zu beiden Seiten und die Wälder befanden sich größtenteils an den Berghängen. So gut! Da hab ich dann auch nochmal eine Weile Pause gemacht und mit Nimi und Ili, dem Pärchen aus Israel, die Sonne genossen.
Der letzte Teil des Weges war dann nur noch wandern durch den Wald, was sich ziemlich zog. Das Highlight meines Tages war das Schild mit der Aufschrift "McKellar Hut – 3 Minutes".
Da sowohl Nimi und Ili, als auch Viktor und Jannik vom Abend vorher alle wieder in der Hütte waren, gab es wieder große Gefechte beim Kartenspielen. Das beste an den Abenden in den Hütten!

Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich von den anderen. Für sie ging es das Greenstone Valley hinunter, zurück Richtung Parkplatz am Lake Wakatipu, während ich mich auf Richtung Norden machte. Eine Weile ging es entlang des McKellar Lakes zurück bis zur Abzweigung vom Vortag und dann noch weiter hoch bis zur Howden Hut, die schon Teil des Routeburn Tracks ist. Hier sah ich alte Bekannte aus Hütten und Shuttlebussen wieder, bevor ich mich auf den weiteren Weg zur Divide, meinem Endpunkt, machte.
Ursprünglich wollte ich einen Abstecher zum Key Summit machen, auf halber Strecke zwischen Howden Hut und Divide. Das Wetter am Freitagmorgen war allerdings wolkig und nicht sehr gemütlich (die zwei Tage vorher waren fabelhaft! Strahlend blauer Himmel!). Ich hatte mir also viel Zeit gelassen, weil ich dachte, ich laufe doch nicht auf den Key Summit. Naja. Dann stand ich halt auf dem Weg an der Abzweigung. Ach, ein bisschen höher kannst du da noch laufen und mal gucken. Oh, das ist aber ein schöner Ausblick! Hammer Berge! Hollyford Valley, sehr schön. Aber ... um die Kehre lauf ich noch! Nur noch eine. Noch eine. Okay, jetzt kann ich auch bin ganz hoch laufen! Wie's halt so ist. Und oben war's wirklich fantastisch! Auch, wenn ich mich echt beeilt habe. Der Blick zurück ins Greenstone Tal war es wirklich wert! Von den Bergen am Routeburn und dem Hollyford Valley mal ganz zu schweigen!

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