The
Kiwi Way of Life
Reisende werden immer
wieder vor ihm gewarnt – dem Kulturschock. Man kommt in eine andere
Umgebung, teilweise ähnlich wie die Heimat, teilweise komplett
anders. Auch in Neuseeland. Nach vier Monaten fällt mir jetzt mal
auf, wie sehr ich mich jetzt schon an manche Dinge gewöhnt habe.
Manches ist für mich jetzt schon stinknormal und alltäglich – für
alle Daheimgebliebenen mag es aber extrem seltsam oder unvorstellbar
erscheinen. Hier mal ein kleiner Einblick in meine Kiwiwelt :)
Ich hab das Countdown-Lied schon so
unglaublich im Kopf, schrecklich :D Countdown ist einer unserer
Supermärkte hier, vergleichbar mit Edeka. Und ich weiß jetzt schon,
was ich in Deutschland vermissen werde. Neuseeländische Supermärkte.
Die sind nämlich almost 24/7 open. Okay, nicht ganz, aber in den
meisten Fällen sind sie von 7am bis 10pm, also 22 Uhr, geöffnet.
Und das auch Sonntags. Wann auch immer man also einkaufen will –
oder muss – man kann einfach gehen und besorgen, was man brauch.
Oh und wenn wir schon beim Geld
ausgeben sind – EC-Karten(-zahlungen) werden hier einfach als
EFTPOS bezeichnet. Das ist kurz für electronic funds transfer at
point of sale (Danke, Wikipedia). Und Kiwis lieben EFTPOS. Ich
bezahl auch eigenlich immer alles überall mit Karte. So viel
einfacher.
Wenn es dann aber doch mal zur Zahlung
mit Cash, also Bargeld kommt, da läuft das in NZ auch ein bisschen
anders als in der Heimat. Neuseeland hat nämlich vor einigen Jahren
1, 2 und 5 Cent Münzen abgeschafft – Barzahlungen werden ab- oder
eben aufgerundet. Ein Beispiel:
$2.34 sind in Bar $2.30 – bleiben mit
EFTPOS aber $2.34.
$2.35 sind in Bar $2.40 – bleiben bei EFTPOS-Zahlung aber logischerweise auch $2.35.
$2.35 sind in Bar $2.40 – bleiben bei EFTPOS-Zahlung aber logischerweise auch $2.35.
Ich war so verwirrt, als ich hier
angekommen bin. Mein erster Einkauf im Supermarkt und ich wunder mich
danach, warum ich keine zwei Cent zurückbekommen habe. Natürlich
auch noch gejetlagged. Bis mir dann mal irgendwann jemand erzählt
hat, dass es die kleinen Münzen überhaupt nicht mehr gibt. Oh well.
Das Rückgeld war aber nicht das
einzige, was mich vor vier Monaten in Auckland noch total
„schockiert“ hat. Ich erinnere mich noch ziemlich lebhaft an
meine Verwunderung über die Steckdosen hier. Die haben Schalter. Oh
ja. Alle Steckdosen. Wenn man sie nicht benutzt, kann man die
Steckdosen ausschalten. Und wenn sie eingeschaltet sind, sieht man
einen kleinen roten Punkt. Das war mein erster wirklicher
Kulturschock. Und nach vier Monaten – ich bin mir sicher, ich werde
die Steckdosen und roten Pünktchen vermissen, wenn ich wieder in
Deutschland bin. Sowas von praktisch!
Und das war erst der Anfang –
demnächst noch ein paar weitere schockierende Einblicke in mein
neues Alltagsleben.



