Montag, 28. Oktober 2013

Time flies by ...

... when you're having fun.

Das ist das, was man so sagt, aber es ist sowas von wahr! Die Zeit vergeht wie im Flug - ich bin jetzt ziemlich genau seit 3 Monaten unterwegs. 3 Monate. Krass. Ein Vierteljahr. Und damit hab ich jetzt noch 7 Monate im Ausland übrig. Ein halbes Jahr noch in Neuseeland und dann vier Wochen in Australien und Singapur. Wenn die Zeit so weiter rast, wie bisher, bin ich in gefühlten zwei Wochen wieder bei euch in Deutschland. Bis dahin, beste Grüße :*

Welcome to Glacier Country!

Mein aktueller Aufenthaltsort: FRANZ JOSEF.
Nein, ich bin nicht im tiefsten Bayern oder in Österreich, ich bin noch immer in Neuseeland. Franz Josef ist ein kleiner Miniort, gut fünf Kilometer vom Franz Josef Gletscher entfernt. Und dieser Gletscher, um die ganze Namenssache aufzuklären, hat seinen Namen von Julius Haast erhalten, einem Österreicher, der hier Entdecker gespielt hat. Oder irgendwas in die Richtung.
Glacier Access Road
Ich bin jetzt jedenfalls in Franz Josef. Oder Franz, Kiwis kürzen liebend gerne ab :) Hier in Franz arbeite ich im YHA Hostel drei Stunden am Tag im Gegenzug für Unterkunft, ähnlich wie beim wwoofing. Das Hostel ist für die Größe des Ortes ziemlich groß, 120 Betten, am Anfang hab ich mich auch verlaufen, oh well .. Trotz der Größe ist das Hostel relativ ruhig, hier sind eher ältere Reisende zu finden – und Asiaten! Die haben mir bisher reisetechnisch echt gefehlt, aber hier sind fast NUR Asiaten. Und kaum Deutsche. Keine Ahnung, was an dem Hostel falsch ist :D Aber zumindest haben wir eine Sauna :) Und ich hab ein kleines Zimmer mit einer Südkoreanerin, Jay, was ziemlich chillig ist.
Franz Josef Glacier <3
Ich hab jetzt schon ein paar Tage gearbeitet und nachdem ich Tim, dem Holländer (den ich in Wellington übrigens schon getroffen habe … :D), am ersten Tag beim Bettenmachen helfen durfte, hab ich die Tage danach jetzt damit verbracht, die Küche und die Aufenthaltsräume zu putzen und alles sauber zu machen. Recht chilliger Job und um eins bin ich fertig.
Unwirklichkeit und Perfektion
Nach meiner Arbeit kann ich dann machen was ich will. Wenn es mal nicht geregnet oder geschüttet hat – die neuseeländische Westküste ist bekannt für ihren Regen, aber Franz Josef setzt regentechnisch komplett neue Standards … - bin ich raus. Schließlich hab ich eine Gletscher direkt vor der Haustür und befinde mich mitten im nächsten Nationalpark – Westland / Tai Poutini.
Und plötzlich waren da Berge ... :D
Der Franz Josef Gletscher ist echt beeindruckend, auch wenn ich ihn leider nur von weiter weg und halb in Wolken gesehen habe. Unglaubliche Landschaft! Und auch die blauen Gletscherbäche, Täler und der Regenwald sind atemberaubend. Die Luft hier ist unglaublich frisch und im Wald auch irgendwie würzig .. Und alles ist mit Moos bewachsen, wie im Märchenwald.
Ich weiß jetzt übrigens auch, wo Microsoft seine Hintergrundbilder herbekommt ;)
Also, ja, mir geht’s gut hier, ich laufe regelmäßig, genieße die Sauna und werde auch in der Küche immer kreativer – vor drei Tagen hab ich Kürbissuppe gekocht. Komplett ohne Rezept und Erfahrung. War echt lecker :))
Okay, ja, Franz Josef klingt nach Alpen und sieht auch gerne mal so aus. Bei gutem Wetter
gefällts mir hier ziemlich gut :)

Sonntag, 27. Oktober 2013

Punakaiki, Paparoa - ehrlich jetzt!

The mighty Buller River
Am Donnerstag ging es von Nelson für mich dann weiter Richtung Süden. Über Murchison, durch den Buller Gorge und Westport fuhr ich mit dem Bus nach Punakaiki an der Westküste.
Das Wetter war unglaublich schlecht. Okay, hätte schlimmer sein können, aber es hat geregnet, nicht das beste Reisewetter. Trotzdem war die Reise ganz nett. Der Morgen hat schon gut angefangen, als mir - mal wieder und nicht zum letzten Mal an dem Tag - klar wurde, wie klein Neuseeland doch ist. Ich kam an den Bus - und kannte den Busfahrer. Glenn hatte mich drei Wochen vorher schon von Picton bis nach Nelson gefahren. Oh well. :D Die Busfahrt war dann ganz interessant und persönlich, weil wir wirklich wenig Leute waren und Glenn, ein Kiwi, ein Ehepaar aus den Staaten und ich uns ziemlich gut unterhalten haben.
Die Fahrt durch den Buller Gorge, das Tal, durch das der schnellste Fluss des Landes fließt war ziemlich spannend und definitiv sehenswert!
Pancake Rocks!
In Punakaiki wurde ich von Glenn netterweise direkt an meinem Hostel abgesetzt. Wobei man Punakaiki jetzt auch nicht überbewerten darf. Hier gibt es nichts. Weder einen Geldautomaten noch eine Laden. Ein paar Hostels und Motels, einen Pub, ein Café, ja, aber sonst ist hier wirklich nada. Ich war dann doch ganz froh, dass ich nur eine Nacht da war ..

Das Hostel war allerdings nett. Nicht ganz so der Standard wie in Nelson (das Accents on the Park hatte eher was von Hotel, ernsthaft!), aber mit Meerblick auf der einen und den Klippen auf der anderen Seite. Mega! Ich war und bin noch immer total in die Klippen und den Regenwald da verliebt! 
Im Hostel hab ich mir dann jedenfalls was zu Essen gemacht und fünf Minuten später kommt ein bekanntes Gesicht die Treppe hoch. Gill. Kanadierin. War im Abel Tasman mit mir an der Torrent Bay Mittagessen. Ich liebe mein Leben :D 
Um das ganze noch netter zu machen - auch wenn es unglaubwürdig wird, es ist die Wahrheit - zehn weitere Minuten später betreten die beiden Engländerinnen die Living Room Area, die mit mir die erste Nacht in der Anchorage Hut im Abel Tasman verbracht haben. Kleines Land eben. Langsam hab ich echt alle aus dem Abel Tasman wiedergesehen ...
Nach meinem Lunch bin ich dann mit Gill und einem Holländern namens Martin im Regen und bei richtig hohen Wellen zu den weltberühmten Pancake Rocks und Blowholes gelaufen - den Gründen, warum wir alle in Punakaiki gestoppt haben.

BLOWHOLE!
Erst waren wir bei dem Wetter skeptisch, als wir erstmal da waren, wussten wir aber, dass das Wetter eigentlich perfekt war. Bei Sonne wär es viel zu langweilig gewesen und bei dem leicht stürmischen Wetter waren die Effekte der Blowholes auch wesentlich eindrucksvoller. Die Wellen schlagen da gegen die Felswände und das Wasser wird durch natürliche Ausspühlungen oben wieder rausgeschlossen. Klingt unheimlich gruselig, wenn man die donnernden Wellen im Fels hört ...
Die Pancake Rocks waren auch ziemlich eindrucksvoll und viel größer, als ich gedacht hatte. Unglaublich, was die Natur so alles zustande bringt! Laut den DOC Schildern sind die Felsen übrigens eins der letzten Rätsel. Oder so. Ich wüsste zu gerne, wie diese perfekt geschichteten Steine zustande gekommen sind ...
Auf unserem Weg zurück zum Hostel haben wir dann noch eine kleine Höhle gefunden und erkundet - war ganz schön, nicht noch nasser zu werden :D
Und dann haben wir uns gedacht, weil wir eh schon so nass sind, können wir auch noch in die andere Richtung laufen. Und, Himmel! Fünf Minuten in die andere Richtung und wir waren in diesem wunderschönen Tal mit Regenwald und Fluss und steilen Felswänden! Verliebt :) Ich hab sowas noch nie gesehen und konnte vollkommen nachvollziehen, warum man so eine Landschaft als Nationalpark (Paparoa National Park) schützt. Traum!
Nach einer heißen Dusche haben wir den restlichen Tag dann im Hosel verbracht, gepuzzelt, Zeitschriften gelesen und sowas. Fernseher gabs nicht, also konnten wir leider nicht Herr der Ringe gucken, so wie Martin sich das erhofft hatte. Schade. Naja :D
Den Freitagmorgen, den 25. Oktober 2013, begann ich dann mit Schokokuchen und Nutella! Bestes Leben :) Gill hat für mich gesungen und die anderen haben mir gratuliert. 
Weil mein Bus erst Mittags ging, hab ich mir dann noch eine Regenwanderung angetan. Den Truman Track zu einer Küstenspitze. Wunderschöne, raue Küstenlandschaft <3
Und dann gings mit dem Bus auch schon weiter die Küste runter, über Greymouth und Hokitika nach Franz Josef.
Im Bus hab ich übrigens, welch ein Wunder, alte Bekannte wiedergetroffen. Von Punakaiki bis Greymouth einen Franzosen aus Taupo (der Lenas WWOOFing Buch gekauft hatte ...) und von Greymouth bis Franz Josef Takato, ein Japaner, der in meinem Hostel in Nelson war. Sooo ein kleines Land!
Truman Track :)

Nelson City (:

Vor einer Woche, nachdem ich den Abel Tasman beendet hatte, hab ich mich ja auf den Weg nach Nelson gemacht. Hier jetzt mal ein paar Bilder von meinen paar Tagen in der Stadt im Zentrum Neuseelands.
Ich hatte ein paar wunderschöne und sonnige Tage mit alten Bekannten (Franzi<3) und neuen Freunden - thanks a lot to all of you for the lovely days, funny nights and extraordinary conversations! Missin' ya! <3

In Nelson hab ich vor allem das gute Wetter genossen, bin durch die Stadt geschlendert - klein, aber für NZ Verhältnisse wirklich schön! - bin auf den Berg geklettert (Centre of New Zealand), hab gelesen, gekocht, den Kinderchören beim Arts Festival zugehört, war mal wieder in der Kirche (Gott, waren die Leute nett!) und ja, hab das beste aus meinem Zwischenstopp gemacht :)
Centre of New Zealand <3
Nelson City von oben :) Am anderen Ende der Bucht sind Motueka und der Abel Tasman National Park :)
Downtown Nelson
Oh ja! Das ist DER Ringmaker. Hier wurde der Eine und einzig wahre Ring geschmiedet.
Nelson Cathedral :)

10, 11, 12.

Nachdem die Kiwis ihre Uhren vor vier Wochen auf Sommerzeit gestellt haben (heißt hier übrigens Daylight Savings), ist in Germany jetzt Winterzeit. Heißt, nach den 10 Stunden vom Anfang und den 11 Stunden letzten Monat, sind wir jetzt bei einer Zeitdifferent von 12 Stunden. Oh well. Macht die ganze Sache aber jetzt ziemlich einfach. Bei euch ist es acht - bei mir ist es acht. Bei euch ist es eins - bei mir ist es eins. Easy as :)

Samstag, 26. Oktober 2013

Merci, Gracias, Danke - Ta!

Danke für die Glückwünsche und an alle, die gestern an mich gedacht haben! Herzallerliebste Grüße vom schönsten Ende der Welt! <3

Montag, 21. Oktober 2013

The Abel Tasman Experience

Nach fünf Tagen Wanderung durch den Abel Tasman National Park kann ich stolz sagen; I DID IT. Laut DOC (Department of Conversation, die kümmern sich hier um sämtliche Wanderwege und die Natur generell) 54.4 km, ich bin mit den ganzen High-Tide-Walks und Extrawegen aber bestimmt locker über 60 km gelaufen. Und mir geht’s super! Meine Füße tun nur ein bisschen weh, meinem Rücken geht’s klasse – ich war gestern Abend nach meiner Ankunft in Nelson sogar schon wieder laufen mit ein paar Leuten aus dem Hostel. Gutes Leben :)



Aber jetzt erstmal zum Abel Tasman. Leute, ich kann euch sagen – ich habe das Paradies gefunden. Traumhaftschöne Buchte mit feinem goldenen Sand, türkisfarbenes Wasser, Felsen an den Enden, grüner Busch und Dschungel im Rücken – und fünf Tage lang Sonne und strahlend blauer Himmel. Ich hatte ja mal wieder sowas von Glück! Mit allem!


„YOU'RE TEACHING ME PATIENCE TODAY“ - MARAHAU TO ANCHORAGE

Donnerstagmittag, nachdem ich Probleme mit dem Buchen und meiner Kamera und allem anderen hatte und kurz davor war, mich weinend auf den Boden zu schmeißen und aufzugeben (Thanks, Geoff for not letting me, laughing with me and pushing me to carry on! And for the patience! And everything!), hat dann nach einer positive thinking session doch noch alles funktioniert, mein Rucksack war einsatzbereit und ich nach einem belegten Brötchen und Schokolade in Geoffs Auto doch wieder einigermaßen relaxed.

Startpunkt des Abel Tasman Coastal Tracks. Yes!

Geoff war so unglaublich nett und hat mich nach Marahau gefahren, gut 20 Minuten von Motueka. Hier beginnt der Coastal Track ganz offiziell. Ich hab mich also mit meinen Sachen von Geoff verabschiedet, noch ein bisschen umgepackt und mich noch immer leicht gestresst auf den Weg gemacht. Geoff meinte gestern, ich sah echt etwas fertig aus. Und das vorm Start, oh well.
Den Donnerstagnachmittag habe ich dann wandernd auf dem ersten Stück zur Anchorage Bay verbracht. Das sture Laufen war ganz gut, um mich vom Stress der letzten 24h abzulenken und runterzukommen. In der Natur und bei mir selber anzukommen. Und das alles mit Sonnenschein und wunderschönen Stränden, Buchten und Blicken über die Tasman Bay.

Nach drei oder vier Stunden (ich hab in den Tagen echt kaum auf meine Uhr geschaut, wozu auch?) hatte ich dann mein Ziel erreicht – Anchorage. Auch wenn das jetzt echt seltsam klingt und ich mich immer und immer wieder wiederhole – traumhaft, paradiesisch schön! :)
Sunset at Anchorage
Die Hut, also die Hütte für die Wanderer, war riesig und brandneu – noch nicht mal seit einer Woche offen. Ich Glückspilz! Meine erste Mehrtageswanderung, da war ich schon etwas nervös, aber sowas wollte ich echt schon immer mal machen – und ich hab das Gefühl, der Track im Abel Tasman war nicht mein letzter! Auf alle Fälle war Anchorage super! Ich hab mich dann noch in die Fluten der Bucht geworfen, aber es war eiskalt. So schön und sommerlich die Bilder auch aussehen mögen, das Wasser ist momentan so kalt wie nur geht, weil wegen Schnee von den Bergen und abgekühlt vom Winter und so. Aber egal, yolo ;)
Blick vom Hauptgebäude der Anchorage Hut :))
Nach einer ebenso kalten Dusche am Strand und einem weiteren kleinen Spaziergang am Meer, habe ich den Abend dann mit den fünf anderen Leuten in der Hütte verbracht. Ob ihrs mir glaubt oder nicht, ich hab Bohnen mit Tomatensauce und Würstchen aus der Dose gegessen (oh, was ich hier alles esse, wenn ich wieder in Deutschland bin, werdet ihr wahrscheinlich gaaaaar keine Probleme mehr mit mir haben :D), dazu Brot und Käse und Tee. Die zwei Engländerinnen, der Franzose und ich haben den Abend dann mit Rommee spielen verbracht und sind relativ früh ins Bett (ich meine, war ja eh dunkel …)

Meine erste Nacht in einer Hütte war super. Eigener Raum für mich (wie in allen Nächten!), gegen Morgen etwas kalt (auch wie in allen Nächten...) aber zu ertragen – und spätestens beim Sonnenaufgang am Te Pukatea Beach, gut zwanzig Minuten durch den Wald, waren alle Anstrengungen und kleinen Leiden vergessen. Wunder, wunder, wunderschön!
Von der versteckten Bucht bin ich dann mit den zwei Engländerinnen noch einen weiteren Rundweg gelaufen und hab den morgendlichen Blick über Torrent Bay genossen. Ich könnte jetzt noch weiterschwärmen ..
Zurück in der Hut haben wir gefrühstückt, ich hab gepackt und mich langsam aber sicher zur zweiten Etappe auf gemacht.


ANCHORAGE TO BARK BAY

Weil wegen Flut konnte ich nicht den Low-Tide (Ebbe) Track durch die Bucht nehmen, sondern musste einmal komplett außenrum laufen. Fand ich aber nur halb so schlimm, weil ich sowieso die Extratouren zu Cleopatras Pool und den Cascade Falls laufen wollte, die sich auf dem High-Tide (Flut) Track befinden. Außerdem hat man vom High Tide Track super Blicke über Anchorage und Torrent Bay.
Cleopataras Pool
Cleopatras Pool war super! Man läuft einen kleinen Fluss hoch und kommt dann zu großen runden Felsen. Im Sommer kann man hier super baden und es gibt auch eine natürliche Wasserrutsche, ziemlich cool! Aber mir war's leider zu kalt. Ich bin aber die Steine hoch und runter geklettert – und hatte einen kleinen Panikmoment, als ich runter auf einen Felsvorsprung geklettert war und dann feststellen musste, dass ich nicht mehr hochkam, weil die Steine so unglaublich glatt waren. Oh well. Meine Alternative wäre gewesen durchs eiskalte Wasser zu schwimmen, aber glücklicherweise konnte ich an der Seite der Steine doch hochklettern.

Von Cleopatras Pool gings dann über den Track weiter zum Falls River Track. Da ich nicht die 3 Stunden Tour zum Fluss laufen wollte, entschloss ich mich für die kürzere Tour zu den Cascade Falls. Weil der Weg hier wirklich nur noch ein Trampelpfad war und man über Steine und Bäche klettern musste – super Weg! :) - hab ich meinen Rucksack am Anfang des Weges in den Bäumen zurückgelassen und bin mit meiner Kamera los.
Auf dem Track war ich dann wirklich komplett alleine. Weder auf dem Hin- noch auf dem Rückweg ist mir jemand begegnet. Obwohl, doch, mir ist jemand, oder viel mehr, etwas begegnet. Auf halber Strecke zu den Wasserfällen komm ich um eine Kurve – und sehe eine schwarze wilde Ziege auf dem Weg stehen, ein paar Meter von mir entfernt. Sie starrt mich an, ich starre sie an. Sie rennt weg. Mein Puls rast. Was zur Hölle mache ich hier? Ich wedel wild mit den Armen und „ssschsch“e und das Tier ergreift die Flucht. Himmel, denk ich mir, das war … seltsam. Ich laufe langsam weiter, um die Steine an der Ecke rum – und schreie! Das Lamm steht gut zwei Meter von mir weg auf dem Weg und rennt der Mutter hinterher wie sonst was.
Auf den nächsten Metern war mir dann doch etwas mulmig und es hat gestunken wie sonst was (nach Ziege), aber die Aufregung und die Anstrengung waren es wert. Die Wasserfälle waren ziemlich schön (wie alles hier) und im Endeffekt bin ich ja auch für die Abenteuer und die Natur hier – und mehr Natur war ja kaum mehr möglich hier …
Sunrise at Bark Bay

Zurück auf dem Main Track gings dann entspannter weiter zur Torrent Bay, wo ich Mittag machte und mich nett mit einer Kanadischen Familie und einer Schweizerin unterhalten habe – und weil die Welt so klein ist; mit der Schweizerin hab ich heute Morgen hier in Nelson gefrühstückt. Düdüm.
Die Strecke von Torrent zu Bark Bay kannte ich ja schon von meiner Tagestour mit Geoff und Mark, dennoch schön wie immer. An der Sandfly Bay hab ich dann gestoppt und eine Runde in der Sonne gelesen. Zwei Kajaker haben mich nett gegrüßt – und in Bark Bay hab ich die beiden dann wiedergetroffen.
Rich und Nick aus London und Oxford reisen momentan ein bisschen durch Neuseeland und wollten eigentlich campen, haben sich dann aber doch aufgrund des Windes dazu entschieden, zu upgraden und in der Hütte zu schlafen. War mir ganz Recht, ich wäre sonst allein gewesen. :D
Und weil die beiden ja alles im Kajak verstauen konnten, hab ich sogar ein Bier und ein bisschen Wein bekommen :) Und englische Kartenspiele gelernt. Ziemlich gut!


BARK BAY TO AWAROA - „DO YOU WANNA KAJAK?“

Nach dem Abschied am nächsten Morgen (und wiedermal einem wuuuuuunderschönen Sonnenaufgang!) hab ich mich noch etwas in die Sonne ans Wasser vor der Hütte gesetzt und gelesen („Remember – it's a holiday“, Rich).
Tonga Quarry <3
Dann gings über einen echt steilen Berg von Bark Bay zum Tonga Quarry – und da dachte ich dann mal wieder, ich hätte wirklich das Paradies gefunden. Nur wow. Da hab ich mich dann mit drei Kanadierinnen zusammengetan, die ich in Anchorage schon getroffen habe, und wir sind zur nächsten Bucht gelaufen, Onetahuti. Da hab ich auch Nick und Rich wiedergetroffen. Ich wollte eigentlich nur nochmal hallo sagen, da wurde ich schon gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ne Runde Kajak zu fahren. Sie hätten noch eine halbe Stunde Zeit bis sie vom Wassertaxi abgeholt werden würden. Da sagt man ja nicht nein. Also war ich Minuten später draußen in der Tonga Bay, am Paddeln durch das türkise Wasser und mit Blicken über die goldenen Buchten. Hammer!
Mittagspause at Onetahuti Bay, Tonga Island im Hintergrund :)
Ich hab mich tausendmal bei den beiden bedankt und ihnen alles gute gewünscht, bevor ich schwimmen gegangen bin und mit den Kanadierinnen Mittag gegessen habe.
Von Onetahuti ging meine Wanderung am Nachmittag dann über den Tonga Saddle weiter nach Awaroa, wo ich mir in der Lodge einen richtigen Kaffee gegönnt habe und am Strand zur Hut gelaufen bin. Da verbrachte ich die Nacht dann zusammen mit einem älteren Ehepaar aus Schweden, ziemlich nette Leute! Und ich machte wieder Strandspaziergänge und genoss die eiskalte Dusche. Mehr oder weniger.
Kaffeepause :)
Strandspaziergang Awaroa :)
Abel Tasman = Perfektion der Natur auf allen Ebenen ...

AWAROA TO WHARIWHARANGI

Sonntagmorgen gings für mich dann ziiiiiemlich früh los. Da man durch die Bucht von Awaroa nur Laufen kann, wenn das Wasser nicht da ist und Low Tide um 4.36 Uhr morgens war, bin ich um zehn nach sechs in der Dämmerung raus aus der Hut mit all meinen Sachen und hab mich auf die Wanderung quer durch die Bucht gemacht. Und weil da ein Fluss durchfließt, bekommt man immer nasse Füße. War nett kalt. Auf der anderen Seite hab ich mir erstmal trockene Sachen und Schuhe angezogen.
Moonset ...
... and Sunrise at Awaraoa
Weil das Schild sagte, es wäre nur knapp über eine Stunde bis Totaranui, dachte ich mir, okay, frühstückst du da. Unterwegs wollte ich dann an einem Strand stoppen, da war aber keine Bank oder irgendwas und ich dachte ja, ich wäre gleich in Totaranui, also ging ich weiter. Außerdem waren da überall Sandflies, diese miesen Mücken. Der Weg nach Totaranui war aber leider nicht halb so kurz oder flach wie ich gedacht hatte, ein Weg war gesperrt, also musste ich ÜBER den Berg und nicht dran vorbei. Naja, C'est la vie. Mein Frühstück in Totaranui hatte ich mir dann mehr als verdient!
Das auf Berge klettern hat am Ende dann doch immer so seine Vorteile ;)

Totaranuis goldener Strand :)
Von dort gings dann zum wahrscheinlich schönsten Teil des Nationalparks, dem Nordende, in das sich kaum ein Wanderer verirrt – die meisten, die ich getroffen hatte, dachten, der Weg wäre in Totaranui zuende, weil die ganzen Wassertaxis nur bis dahin fahren. Also traf ich noch weniger Menschen als schon zuvor und hatte die wunderschönsten aller Strände im Abel Tasman ganz für mich allein. In Mutton Cove machte ich Mittag, schaukelte am Strand, ging schwimmen (diesmal richtig, nicht nur reinrennen und wieder raus!) und lag lesend in der Sonne. Jake, der DOC Ranger war auch da und hat sich schonmal nett mit mir unterhalten und mir noch viel Spaß auf der Wanderung gewünscht.
Oh, und ich hatte noch einen Besucher. Direkt unten am Wasser kam eine Robbe vorbeigeschwommen. Ich musste zweimal hinschauen, bis ich mir sicher war und hab dann nur gedacht, weil – sowas passiert einem echt nicht jeden Tag. Traumhaft schöner Tag!
Para-Para-Paradise!
Mittagspause at Mutton Cove <3

Von Mutton Cove kletterte ich dann die nächsten Berge hoch und wieder hinunter zum Separation Point, sozusagen der Grenze zwischen Golden Bay und Tasman Bay. Wunderschöne Blicke in beide Richtungen – und noch mehr Robben und Möven und sonstige Wasservögel. Unglaublich schönes Stück Neuseeland!
Separation Point :)

Das letzte Stück vom Separation Point nach Whariwharangi war dann auch kein Problem mehr. Und die Hut dort war komplett anders als die erste in Anchorage. Das Gebäude stammt aus den 1890ern oder so und hat seinen ganz eigenen Charme. Ich sicherte mir eine Matratze im oberen Geschoss, direkt am Fenster – und erfuhr dann von Jake, dass ich die Hütte im Wald diese Nacht ganz für mich allein hätte. Oha. Noch eine Erfahrung.
Aber ich habe überlebt, war wirklich schön. Lesen im Kerzenschein, Ruhe, Natur. Jake hat mir sogar das Feuer angemacht, glücklicherweise. Ich muss das echt noch üben …


THE END – WHARIWHARANGI TO WAINUI

Gestern Morgen hab ich mich nach meinem Frühstück in der Sonne tiefenentspannt auf zur letzten Etappe gemacht. Berg hoch, Berg runter. Hoher Berg. Aber, wie Berge und der Abel Tasman es so an sich haben, die Ausblicke waren der Hammer. Und der Wald war so atemberaubend wie im Rest des Parks. Ich war wirklich wieder und wieder überrascht, wie sie die Landschaft hinter einer Kurve innerhalb von Metern komplett verändern kann. Dieses Stück Paradies ist vollkommen zu recht Nationalpark.
Wainui Bay, das Ende der Reise :)
In Wainui wartete ich dann auf meinen Bus, las noch eine Runde und fand mich bald darauf in Takaka wo ich auf den nächsten Bus nach Motueka wartete.
Geoff hatte mir geraten, nicht das Boot von Totaranui zurückzunehmen, sondern Bus zu fahren und ich bin soooo froh, dass ich das gemacht habe! Ich hatte ehrlich gesagt nichts erwartet – und wurde wieder total von der Landschaft hier überrumpelt. Nach den Buchten vom Vormittag fand ich mich gegen Mittag auf einer Serpentinenstraße wieder, die hoch in die Berge führte, mit Blicken über noch mit Schnee bedeckte Bergspitzen. Traumhaft. Wirklich.


„LOOK, SHE IS STILL SMILING FROM ONE EAR TO THE OTHER“

Zurück in Motueka wurde ich netterweise von Geoff abgeholt, durfte duschen, meine Sachen umpacken und bekam sogar noch einen Kaffee :) Geoff war echt begeistert, wie glücklich ich aussah – das muss echt ansteckend gewesen sein, ich hab ihn vorher noch nie so lange am Stück grinsen sehen, glaub ich :D
Nach einem herzlichen Abschied und dem Versprechen – oder der Drohung – mal wieder vorbeizukommen, falls ich nochmal in der Gegend bin, nahm ich am Nachmittag den Bus von Motueka nach Nelson, wo ich Franzi im Hostel wiedertraf.
Ich hatte kaum Zeit irgendwie zur Ruhe zu kommen, da fand ich mich schon mit ein paar Leuten aus dem Hostel beim Abendessen wieder und kurz darauf kletterten wir auf einen Berg hier in der Nähe – hoch zum Centre of New Zealand, dem Mittelpunkt des Landes. Schöner Sonnenuntergang und ein super Gefühl, mal wieder unter Menschen zu sein :)

Nach etwas Schlaf in einem richtigen Bett und Telefonaten, steht jetzt mein Plan für die nächsten Tage und Wochen soweit. Ich muss noch die Busse und alles buchen, aber ich mache mich jetzt wirklich die Westküste runter. Über Murchison und Punakaiki geht’s nach Franz Josef, wo ich ab Freitag (yes, Geburtstag! ;P) für mindestens zwei Wochen im YHA Hostel arbeiten kann :) Und dann geht’s wahrscheinlich weiter nach Queenstown oder Wanaka, wo ich den Sommer verbringen will, wenn alles so klappt, wie ich das hoffe. Aber wird’s. Positive Thinking. Läuft super hier, keine Sorge! Beste Wünsche & seid nicht zuu neidisch ;)
Liebe,
Lena

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Abel Tasman - hasta la vista!

So Freunde der Nacht :) Die Huts im Nationalpark sind gebucht, ebenso der Bus von Wainui zurück nach Motueka, das Essen ist gekauft und mein Rucksack steht vor seiner ersten richtig großen Bewährungsprobe. Naja, mehr oder weniger, er hat ja schon eine ganz schöne Strecke zurückgelegt …
Anyway, ich werde mich gleich auf den Weg nach Marahau machen und dann bis zum Montag wandern. Den gesamten Abel Tasman Coastal Track :)
Ich hoffe, das Wetter spielt mit und mir begegnen nicht allzu viele Sandflies - aber ich rechne felsenfest mit einem Rudel weiterer deutscher Backpacker – Sonntag waren ja auch ein paar unterwegs..
Auf alle Fälle – bis dahin, alles Liebe! :)


Normales Farmleben in Motueka

 Normal ist relativ und jeder Tag einzigartig, aber hier in Motueka hat sich in den letzten zwei Wochen ein Muster bemerkbar gemacht. Hier mal so ein grober Zeitplan meines Farmlebens;

8 Uhr Frühstück mit Geoff. Er hat Toast (eins mit Vegemite, eins mit Humus+Tomate und eins mit Honig) und ich Müsli. Dazu Kaffee und Zeitunglesen.
9 Uhr Nachdem das Frühstücksgeschirr weggeräumt ist und ich mich mit Sonnencreme eingeschmiert habe, machen wir zwei uns auf den Weg zu den Kühen. Vorher holen wir eventuell noch Heu für sie und dann verschieben wir den Elektrozaun, damit sie noch ein bisschen mehr Gras haben
9.30 Uhr Wir sind zurück unten an der großen Halle der Apfelplantage und Geoff hat irgendwas im Kopf, was er machen will, läuft Ewigkeiten hin und her, guck hier und da, plaudert dann mit den Arbeitern unten und entscheidet sich nach 'ner halben Stunde dazu, dass wir erstmal 'nen Tee trinken sollten. Oh well …
10.30 Uhr Kaffeepause ist vorbei und Geoff hat wirklich noch 'ne weitere Aufgabe gefunden. Hierbei kann es sich jetzt wirklich um alles mögliche handeln, je nach Wetter, Lust und Laune: Zäune bauen, Macadaminüsse aufbrechen, Schafe scheren, Kühe durch die Gegend treiben, Tore einhängen … die Liste ist lang und variabel. Hier kommt es jetzt auch häufiger mal vor, dass wir losfahren um etwas bestimmtes zu machen und auf halbem Weg anfangen, was ganz anderes zu machen. Oder etwas anfangen und nicht fertig machen – der eine Zaun ist immernoch nicht fertig, der Draht hängt schon seit 'ner Woche in der Gegend rum. :D
12 Uhr Lunchbreak! Meistens gibt’s Sandwich mit einer Menge Salat und Fleisch vom Vorabend – ziemlich lecker! Dazu noch mehr Tee oder Kaffee, Zeitungen, Mails, Sudokus, Telefonate …
13 Uhr Entweder machen wir beim Job von vorher weiter, fahren wieder zur Halle und überlegen, was noch getan werden könnte, ja, oder mir wird freigestellt, ob ich lesen, wandern oder radfahren will (was Geoff ja nicht verstehen kann, der läuft überhaupt nicht gerne :D) oder freiwillig noch ein bisschen mit ihm irgendwas mache. Computer aus der Stadt holen oder noch mehr Farmwork, whatever.
16 Uhr Am späten Nachmittag ist dann etwas Zeit für Entspannung, lesen, schreiben, sonne, Kreuzworträtsel.
18 Uhr Abendessen, liebevoll und köstlich zubereitet von Eren :) Und es gibt jeeeeden Tag Fleisch. Starker Kontrast zum Backpackerleben.
19.30 Uhr Nachdem die Küche gemacht ist werden die Nachrichten, der Wetterbericht und irgendwelche Sendungen geschaut. Dokus, Serien, Kochshows, was halt so gerade läuft. Irgendwann verlangt Geoff dann nach „Pudding“, also Nachtisch.
22 Uhr Ich verzieh mich in meine kleine Hütte, lesen und schreibe noch ein bisschen und schlafe dann eine Runde um fit für den nächsten Tag zu sein. :)





Donnerstag, 10. Oktober 2013

Update :)

Alles etwas durcheinander, aber ich hoffe, es geht ;)
Updates der letzten Tage und Wochen. Ich habs jetzt mal geschafft, mein Netbook zu verbinden und alles, weil Internet hier nicht so das allerbeste ist und solche Sachen :) Mehr Fotos vom Roadtrip und allem kommen noch, versprochen ;)

Ansonsten ist die Arbeit hier gut und die Gegend wunderschön - vor zwei Tagen hats oben auf den Bergen geschneit, traumhaft schön :)

Bis dahin, alles Liebe und viel Spaß beim Lesen xx


ROADTRIP :)

Letzte Woche Samstag haben Franzi, Lena und ich uns in Wellington ein Auto gemietet, um die Gegend mal auf eigene Faust und komplett unabhängig zu erkunden – eine der besten Ideen, die wir bis jetzt hatten!
Starting Point - Weta Caves :)
Weil wir ja alle noch keine 21 sind, mieteten wir unser Auto bei Jucy – und um zu Jucy zu kommen, mussten wir Samstagvormittag mit all unseren Sachen nach Miramar, einer Halbinsel östlich des Zentrums, fahren. Da in der Gegend ist auch der Flughafen, aber anstatt die Autovermietung da anzusiedeln, oder irgendwo zentral und gut erreichbar, nein, gut versteckt irgendwo oben auf 'nem Hügel. Da der Busfahrer genauso wenig Ahnung hatte wie wir, kam uns gottseidank ein einheimischer Opi zur Hilfe, der prompt an der Bushaltestelle in Miramar mit uns ausstieg, sein Auto holte und uns freundlicherweise zur Autovermietung fuhr – so gut!
Die Leute bei Jucy waren dann etwas gestresst, weil ein bisschen viel los war, und wir waren doch etwas erstaunt, dass wir nur zwei Zettel unterschreiben mussten und der Kerl dann meinte „Okay, hier ist der Schlüssel. Der kleine Silberne da auf dem Hof.“
Und das wars.
Ooookay. Gut :D
Also haben wir unser bestes gegeben, all unsere Sachen im Auto zu verstauen – bei all dem Essen und den Rucksäcken nicht ganz so einfach … - und waren so erfolgreich, dass wir drei gerade noch so hineingepasst haben. Oh yeah :)
Lena hat sich dann todesmutig als erste von uns hinters Steuer getraut und uns von Jucy zu den Weta Caves (auch in Miramar) gefahren – und traumhaftschön eingeparkt <3
Weta? Ja, zum einen ist das ein ziemlich ekeliges und seltsames Insekt, aber das hier in Wellington, das sind weltberühmte Künstler. Die Leute bei Weta haben nämlich Kostüme und Special Effects für ein paar der besten Filme überhaupt gemacht. Allen voran natürlich Herr der Ringe – in die Trolle vorm Eingang haben wir uns sofort verliebt! In dem Mini-Museum gabs dann doch allerhand interessantes zu sehen und zu lernen und einen tollen kleine Behind-the-Scence-Film. Der hat uns gezeigt, dass die Weta-Leute nicht nur Hobbitfüße und Riesentrolle bauen, sondern auch Programme für Massenszenen entwickelt haben und für die Welt von Avatar verantwortlich sind. Echt krass, was die so hinbekommen haben.
<3

Nach den Weta Caves ging es dann weiter. Um unser Nachmittagsziel, die Kapiti Coast, zu erreichen, mussten wir diiiiirekt durch das Zentrum von Wellington. Oh, Freude! Aber Lena hat sich gut geschlagen und ich hab auf dem Beifahrersitz fleißig Navigationssystem gespielt – ziemlich erfolgreich! Auf dem Highway haben wir dann etwas entspannt und unsere Freiheit genossen, bevor wir in Plimmerton schon wieder von der großen Straße runter sind um einzukaufen. Wir hatten ja noch nicht genug Essen. Und wir brauchten Kuchen für den nächsten Tag!
Nach dem Shoppingtrip durfte ich dann ran. Gott, war das am Anfang seltsam! Nach gut zwei Monaten ohne Auto und dann auch noch ALLES auf der falschen Seite. Am schlimmsten war wirklich die Schaltung – ich hab am Anfang immer erstmal zum Fenster gegriffen … - aber auch Scheibenwischer und Blinker waren vertauscht .. Man hat sich dran gewöhnt und bald kam ich auf Plimmertons Straßen gut klar. Und ich wollte unbedingt einen Abstecher zum Strand machen um einen weiteren, entspannteren Blick auf Mana Island zu werfen (nicht so wie aus dem Bus eine Woche vorher). Und so standen wir kurz darauf am Strand, im Wind, mal wieder Surfer in der Brandung – und Hope Island direkt vor uns :) [Sorry, Lea, aber Bray war wieder nicht da. Ich hab noch nichtmal sein Skateboard gefunden …]
Auf unserer weiten Tour die Küste hoch Richtung Norden hielten wir mal hier, mal dort an, wo es uns gefiel und nett aussah. Direkt am Meer, oben auf einem Aussichtspunkt in den Bergen, Lena und ich waren sogar so todesmutig, dass wir uns in die eiskalten Fluten der Tasman Sea gewagt haben – unglaublich gutes Gefühl!
Nach einer nervenaufreibenden und kurvigen Fahrt durch die Berge zwischen Paraparaumu und Upper Hutt (dunkel, einbahnstraßenmaessig, auf der einen Seite der Berg, auf der anderen der Abgrund) erreichten wir dann iiiirgendwann im stockdunkeln den Kaitoke Forest Park, wo wir campen wollten. Wollten. Die Schranke war nämlich unten und das Schild sagte uns, die würde erst morgen früh um acht wieder aufgehen. Und der Ranger war auch nicht da. Toll, danke.
Nach ein paar verzweifelten Minuten und einem Spaziergang Richtung Campingplatz im Dunkeln, haben wir dann gedreht, am Haus vorne an der Straße geklopft und gefragt, ob wir vielleicht auf dem Feldweg am Grundstück parken und im Auto schlafen dürften. Joa, kein Problem.
Und so haben wir es uns dann gemütlich gemacht für unsere erste Roadtripnacht. Und Abendbrot hatten wir auch. Toastbrot und so.

Nachdem in Neuseeland in der Nacht die Uhren auf Sommerzeit umgestellt worden waren, stellten wir am nächsten Morgen fest, dass es schon nach neun war, als wir wach wurden. Und um Franzis Geburtstag mit einem angemessenen Frühstück zu feiern, haben wir Riki aus dem Feldweg befreit und sind zurück zum Campingplatz gefahren. Diesmal war die Schranke oben, wir konnten unsere Wasserflaschen auffüllen und uns Waschen, bevor wir zu einem weiteren Parkplatz im Park gefahren sind und irgendwo im Busch gefrühstückt haben. Mit Schokokuchen – gesungen hatten wir schon zum Aufwecken :)

Von unserem Parkplatz aus machten wir uns dann auf die dort ausgeschilderte 30 Minuten Buschwanderung. Wir hatten vorher schon gelesen, dass es hier eine Hängebrücke geben sollte und Szenen für Bruchtal aus den Herr der Ringe Filmen hier gedreht wurden. Das waren also unsere Ziele. Nachdem wir schon fast dachten, unser Bushwalk hätte kein wirkliches Ziel, kamen wir zu einer Brücke und einem weiteren Parkplatz – und erreichten sowohl Bruchtal (Rivendell) als auch die Hängebrücke, was uns alle ziemlich glücklich machte :))

Tasman Sea - Check!
Von Kaitoke aus machten wir uns über die Berge der Tararua Range (oder Rimutaka?! :D) in ein Gebiet namens Wairarapa. Wairarapa ist bekannt für seine Weine und deshalb dachten wir, gucken wir uns Martinsborough, eins DER Weinziele der Nordinsel, mal an. Ein paar Kilometer vor Martinsborough haben die deutschen Mädels dann an einem Aussichtspunkt angehalten und sind einstimmig zu der Frage gekommen: „Okay, wo bauen die ihren Wein an?!“ Alles was wir sehen konnten waren grüne Wiesen mit Kühen. Von Weinreben oder geschweige denn Weinbergen keine Spur. Kurz vor Martinsborough haben wir dann aber doch ein paar kleine Weingüter entdeckt. Naja. Erwartet hatten wir mehr. Und weil in Martinsborough auch irgendwie nichts los war, sind wir gleich weiter Richtung Südküste, wo wir uns Lake Ferry angeschaut und den Meerblick genossen haben, einen Spaziergang am Strand und Richtung Putangirua Pinnacles gemacht haben (Steinformationen) und nach einzigartiger Landschaft und totaler Einsamkeit das Cape Palliser mit seinem Leuchtturm und den Seelöwenkolonien erreicht haben. Unglaublich schön und man! Was ein Gefühl von Freiheit! Auch wenn das Wetter kein Traum war, die Fahrt an die Südspitze der Nordinsel war alle Mühen wert! :)

Unser Campingplatz für diese Nacht war im kleinen Ort Ngawi, nicht weit vom Südkap, zu finden – direkt am Meer, einfach auf 'ner Wiese. Toiletten waren über die Straße im Anbau der Feuerwehr. Why not. Gegessen haben wir auf der Parkbank direkt neben Riki. Der erhoffte Sonnenuntergang blieb leider aufgrund von Wolken aus, aber wir wurden dafür spontan von unseren „Nachbarn“ aus dem Wohnwagen nebenan (die einzigen anderen, die hier zu finden waren) auf einen Kaffee zu sich eingeladen. Shawn und Anthony. Letzterer ist Fischer an der Küste vor Ngawi. Und die beiden (die schon dachten, wir hätten 'ne Panne, weil wir kein Zelt oder irgendwas hatten ...) haben nett mit uns geplaudert, übers Reisen, über Neuseeland, dies und das. That's Life!

Nachdem wir halb erfroren aber mit Meerblick (fünf Meter vor uns) aufgewacht waren und alles soweit gepackt und organisiert hatten, machten wir uns auf die Rückfahrt vom, wie es wirkte, Ende der Welt zurück in die Hauptstadt des Landes. An der Küste entlang, durch Wairarapa, über die Berge und zurück über den Motorway zum Fähren-Terminal, wo ich bereitwillig mit allen Taschen und Rucksäcken ausstieg und auf alles aufpasste, während die anderen beiden das Auto zurück nach Wairarapa brachten, Lenas Kamera kauften und Essen besorgten – TAUSEND DANK nochmal für die Pizza, die war ein Traum!
Und so verließen wir die kalte und verregnete Nordinsel und meine Reise in den Süden ging weiter … :)