Nach einer
weiteren Nacht in Christchurch und einem Vormittag bei Inland Revenue
(ausfüllen meiner Steuererklärung) ging es dann am 15. April für
mich nach Kaikoura. Weil wir ja jetzt Herbst und Winterzeit haben,
war es um sieben, als ich ankam, auch einfach schon stockdunkel. Ich
hab also schnell gekocht – und mich mit Renée, der Kanadierin vom
Arthurs Pass getroffen. Kuchen und Feuershow in ihrem Hostel mit
inbegriffen!
Im Bett war
ich nicht allzu früh, aber früh aufgestanden bin ich trotzdem. Halb
fünf – why not? In aller Frühe lief ich durchs (noch immer)
dunkle Kaikoura, um mich um halb sechs morgens in einen Wetsuit
(Neoprenanzug) zu zwängen. Für mich ging es dann im Halbdunkeln zum
Hafen, auf ein Boot und raus auf die South Bay. Wieso das alles? Ich
hatte mich zum Delfinschwimmen gemeldet. Ja, richtig gehört.
Schwimmen im Pazifik mit echten, wilden Dusky Dolphines.
Nach einer
Cruise über die Bucht und einem atemberaubenden Sonnenaufgang auf
dem Meer (an alle, die Life of Pi gesehen haben – JA, das
Meer kann DEFINITIV so golden aussehen, ungelogen!), ging es für
alle mutigen Schwimmer an Bord dann mit Taucherbrille, Schwimmflossen
und Schnorchel ins Wasser. Den Blick nach unten gerichtet hatte ich
auch relativ schnell einen Delfin gesichtet, der innerhalb von
Sekunden direkt unter mir hindurch schwamm. Ich war viel zu
überrascht, um irgendwas anderes zu machen als zu starren. Und dann
war er auch schon weg.

Man muss
sagen, wir hatten wirklich Pech. Ich habe von vielen gehört, dass
sie mit zig, sogar hunderten Delfinen im Wasser waren – ich hatte
diese einen in aller Pracht, ein paar vom Boot aus. Aber die
Meeresbewohner waren an diesem Morgen extrem scheu, ließen sich
trotz mehrerer Tauchgänge und unseren Bemühungen beim Erzeugen
seltsamer Laute nicht mehr blicken, wollten sich noch nicht einmal
fotografieren lassen, als wir versuchten, ihnen mit dem Boot zu
folgen.
Dennoch war
es eine unglaubliche Erfahrung und ein wunderschöner Morgen in
Kaikoura!
An diesem
Mittag verließ ich Kaikoura für eine ganze Woche und kehrte am 23.
April bei schönstem Sonnenschein zurück. Eine Woche vorher durfte
ich die Schönheit des Ortes bei Tageslicht ja auch schon genießen,
aber jetzt, in der Sonne, sah alles noch viel schöner aus. Kaikoura
liegt direkt am Pazifik, hat eine nahe Halbinsel und die Berge direkt
im Hintergrund. Traumkulisse!
Am Mittwoch
zog ich so auch schnell los zur Halbinsel, um einen Spaziergang zu
den Klippen zu machen und Tiere zu beobachten – Kaikoura hat
nämlich nicht nur Delfine (und Wale), sondern auch so allerhand
Robben, Albatrosse und andere Seevögel. Durch den Matsch der letzten
Tage bahnte ich mir meinen Weg über die Peninusla und genoss die
Herbstsonne mit Blick auf die schneebedeckten Berge und das
türkisfarbene Meer unter mir. Gutes Leben!
Am nächsten
Mittag fuhr ich dann, nach einem Kaffee und Fish'n'Chips, zum dritten
Mal Richtung Christchurch, wo ich mich für die letzten Tage meiner
Zeit in Neuseeland mit Marie treffen wollte, einer Freundin mit der
ich sage und schreibe eine Stadtrundfahrt in Auckland verbracht hatte
– im September.