Sonntag, 30. März 2014

Schokolade, Strände, Steile Straßen

Ich muss sagen, Dunedin hat mir wirklich mehr als gut gefallen. Nachdem ich ja am letzten Wochenende bereits die Otago Peninsula und die Stadt unsicher gemacht hatte, fuhr ich letzten Montag mit dem Bus runter nach St. Kilda an den Strand. Um ehrlich zu sein, ich hatte nach meinen wundervollen Tagen in den Catlins jetzt nicht wahnsinnig viel vom Strand erwartet – und war mehr als überrascht. Dünen, Klippen, ein ewiglanger, heller, feiner Sandstrand – ich fühlte mich ein bisschen wie auf den Inseln an der Nordsee – und war doch nur zehn Minuten von Dunedins Innenstadt entfernt.
Ich lief am Meer entlang, legte mich in die Dünen, las und genoss den Vormittag in vollen Zügen, bevor ich mich später mit dem nächsten Bus auf ans andere Ende der Stadt machte. Von St. Clairs gings hoch zur Baldwin Street – der steilsten Straße der Welt. Die hat an der steilsten Stelle eine Steigung von 1 zu 2,81, wenn ich mich richtig erinnere – und ist so steil, dass man von oben nichtmal die ganze Straße sehen kann. Kurios, aber ich habe mich munter auf den Weg nach oben gemacht. Gute Erfahrung!


Danach schaute ich mich im botanischen Garten nochmal genauer um, fand allerhand Vögel, Bäume und ruhige Orte.

Der nächste Tag brachte dann eines meiner Highlights in Dunedin. Etwas, worauf ich mich schon sehr gefreut hatte – den Besuch in Dunedins Cadbury Schokoladenfabrik :)) Leider waren jetzt nicht so wahnsinnig viele Menschen am Arbeiten & von der wirklichen Herstellung der Schokolade haben wir hauptsächlich Filme gezeigt bekommen – aber hey, der Schokoladenfall war extrem beeindruckend!
Und weil das Wetter genau an diesem Tag nicht allzu fabelhaft war (passend für meine Indoorpläne), gings nach der Schokoladentour ins Otago Museum. Endlich mal wieder ein richtiges (und ziemlich gutes!) Museum. Neben einer Maoriaustellung, Fundstücken aus aller Welt und Booten, war ich besonders von der Animal Attic beeindruckt, ausgestopfte und präparierte Tiere oben auf dem Dachboden, teilweise schon über hundert Jahre alt. Und auch der Ausstellung über Otago und Neuseelands Südinsel widmete ich meine volle Aufmerksamkeit.
Am Abend erwartete mich dann im herbstlichen Dunedin noch eine unerwartete Überraschung und ein grandioses Wiedersehen – doch das ist schon wieder eine andere Geschichte ...

Sonntag, 23. März 2014

SUPER UPDATE

Die Challenge - gut drei Wochen bloggen nachholen und teilen, was ich schon seit Ewigkeiten (!! so fühlen sich die drei Wochen definitiv an!) teilen wollte. Ich hab also ein wenig getextet, die Bilder reiche ich jetzt nach und nach noch nach und schieb die zu den jeweiligen Texten dazu. Ist also ratsam, sich die Berichte in den nächsten Tagen einfach nochmal anzuschauen ;)

Neu im Programm ist folgendes;


CAPLES TRACK - Eine Zusammenfassung meiner Drei-Tages-Wanderung auf dem Caples-Track vom Greenstone Shelter zur Divide. (5. bis 7. März)

PIOPIOTAHI. WELTWUNDER NUMMER ACHT. - Mein Overnight Stay am weltberühmten Touristenmekka und absolutem Neuseeland-MUST, dem wundervollen Milford Sound. (7. & 8. März)

LAKE TE ANAU UND EIN TAG AUF DEM KEPLER - Wie der Titel schon sagt, nochmal ein bisschen was zu meinen Tagen in Te Anau, einschließlich meiner Tageswanderung auf dem ersten Stück des Kepler Tracks, einem der besten Wanderwege Neuseelands. (8. bis 12. März)

URLAUB AUF DEM BAUERNHOF - Meine erste WWOOFing-Erfahrung seit Motueka im Oktober, diesmal in der Nähe von Invercargill. (12. bis 18. März)

CATLINS, DIE ZWEITE. - Mehr zu meinen Tagen bei Familie White, besonders zu meiner Tagestour zu den Highlights der Region. (18. bis 21. März)

WELCOME TO DUNEDINBURGH - Und dann, last but definitely not least, ein bisschen was aus meinen letzten Tagen hier in Neuseelands Studentenhauptstadt, dem schönen und steilen Dunedin. (21. bis 23. März)


Near Riverton :)
Das wärs dann soweit erst einmal von mir. Ich hoffe, sämtliche interessierte und neugierige Menschen daheim und auf der ganzen Welt sind jetzt wieder so einigermaßen im Bilde, was ich in den letzten Wochen und Tagen so erleben durfte. Noch immer unglaublich dankbar für jeden Tag, jede Erfahrung und jede sonnige Stunde (so nach vier Monaten Westcoast ..). Bilder kommen wie gesagt nach und nach, da muss ich erstmal noch sortieren. Viel zu viele. 
Besteste Grüße & hasta luego :)

Welcome to DunEDINburgh

Freitagmorgen nahm Peter mich dann freundlicherweise mit nach DUNEDIN. Ich hätte letztendlich noch länger bleiben können, die beiden waren wirklich glücklich mit meiner Hilfe beim Schafesortieren und vor allem beim Unkraut jähten (und ich hätte den Gemüsegarten gerne noch weiter auf Vordermann gebracht), aber ich hatte fürs Wochenende schon Pläne. Da Clara nämlich momentan auch in Dunedin ist und die Highlanders am Freitagabend ein Heimspiel hatten, hatten wir uns überlegt, dass es zu so einem Auslandsjahr in Neuseeland eigentlich dazugehören sollte, dass man sich mal ein Rugbyspiel im Stadion anschaut. Geplant – getan. Goooo Otago! Wir haben gegen die Hurricanes aus Wellington gewonnen. 35 – 31. Ja, okay, war jetzt nicht so spannend und es hat gedauert, bis man so ein bisschen Stimmung und Stadiongefühl hatte, aber gut war es dennoch! :)
Samstagmorgen machten wir dann eine Tour über den Bauernmarkt am Bahnhof, gingen anschließend für Clara shoppen und schlenderten über den Universitätscampus und durch den botanischen Garten. Dunedin ist nämlich Neuseelands Studentenstadt Nummer 1. Und das schottische Zentrum Neuseelands. DunEDINburgh. Und die Gebäude hier sehen teilweise wirklich alt aus, ziemlich gutes Gefühl in der Stadt!
Ich bin also schon so gut wie überall durch die Innenstadt gelaufen, war in Museen, Galerien, Parks, hab mich steile Berge hochgekämpft, die Aussichten genossen. Joa.
Heute, am Sonntag, 23. März, hab ich mich dannmit Kirsty getroffen, meiner Ex-Arbeitskollegin in Franz Josef und jetzt Studentin in Dunedin. Wir wollten eigentlich um zehn mit dem Bus nach Portobello auf der Otago Peninsula fahren, da ja aber Sonntag ist, hatten wir die Wahl zwischen 8.50 Uhr und 11.45 Uhr. Da wir den 8.50am Bus natürlich verpasst haben (wir haben uns ja erst kurz vor zehn getroffen), sind wir kurzerhand zur Mall gelaufen und haben erstmal einen Kaffee getrunken und angefangen zu quatschen. Das war um zehn. Um viertel vor zwölf waren wir auf dem Weg nach Portobello und immer noch am plaudern. Wir haben das ziemlich gut durchgehalten bis zu unserer Rückfahrt um drei. Studium, Franz Josef, Neuseeland, Reisen, verschollene Flugzeuge, Physik, Kreuzfahrten, Kriege, Mörder, Gehirne, Psychologie - worüber man bei so einem normalen Sonntagsspaziergang eben plaudert.
Die Peninsula, oder viel mehr das, was wir von ihr gesehen haben, war wirklich schön! Wir haben von Portobello aus erstmal einen Spaziergang auf einen weiteren Arm der Halbinsel gemacht und uns das große Kreuzfahrtschiff im Hafen von Port Chalmers auf der anderen Seite des Otago Harbours angeschaut (daneben übrigens ein HAMBURG SÜD Frachter), bevor wir zurück nach Portobello sind. Da der Bus erst anderthalb Stunden später zurück nach Dunedin fuhr, sind wir dann noch auf einen Hügel auf der anderen Seite des Ortes geklettert. Nette Aussicht auf den Otago Harbour, Portobello, Port Chalmers und die Peninsula auf der einen Seite und auf die Hügel und eine Bucht (Hoopers Inlet) auf der anderen. Außer einem Vogel, der irgendwie selten aussah, haben wir aber leider keine wilden Tieren gesehen, für die die Halbinsel so bekannt ist. Albatrosse, Pinguine, Robben, Seelöwen. Naja.
Ja. Und damit wären wir in der Gegenwart angekommen, in der ich mit meinem Netbook auf meinem Bett im Hostel sitze und die letzten Wochen und Tage Revue passieren lasse. Definitiv eine gute Zeit!
Oh! Und während meinen ersten zwei Nächten hier hab ich übrigens in Hogwartz gewohnt. Zwei Nächte Schlafsaal, auch wenn der verschollene Brief von Dumbledore immer noch nicht angekommen ist ... Ziemlich gutes Hostel :) 

Catlins, die Zweite.

Am Dienstag, 18.März, hab ich mich dann allerdings von den beiden süßen und Milly, dem Hund verabschiedet. Von Invercargill ging es mit dem Bus via Gore nach Balclutha, wo ich von Penny abgeholt wurde. Noch eine Runde wwoofen! Diesmal in den CATLINS. Die Catlins, das ist grob gesagt der Küstenabschnitt zwischen Invercargill im Süden und Dunedin im Norden. Für mich standen also ein paar Tage im Herzen dieser Region auf dem Plan. Ich war wirklich gespannt, weil eigentlich alle Reisenden, denen man so begegnet, von den Catlins geschwärmt haben und sagten, da müsse man UNBEDINGT hin. Ja, gut. Leichter gesagt als getan, wenn man mit dem Bus unterwegs ist – die fahren da nämlich nirgends lang. Ich ging also wwoofen. Und das war ein Traum!
Penny und Peter wohnen zusammen mit ihren drei Teenagern (Sohn Nummer 4 ist Student in Dunedin) und tausenden Schafen auf einem Hügel nahe des Catlin Lakes – aber das hab ich im letzten Post ja schon erzählt. An meinem freien Tag, Donnerstag, kam Penny nach dem Frühstück rüber und fragte mich, ob ich einen Führerschein hätte. "Yeeeees ..." Und ob ich in Neuseeland fahren dürfte. "Yeeeees ..." Und ob ich hier schonmal gefahren wäre. "Yeeeees ..." Und ob ich Schaltwagen fahren könnte. "Definitely!" Ja gut, dann ist ja alles klar. Wir sind versichert, das Auto steht da drüben. In der I-Site in Owaka bekommst du sicherlich 'ne Karte der Umgebung. Oh, aber die Schotterstraße dahin ist neu, fahr da also etwas vorsichtig.
Ich liebe Neuseeland.
Sowas würde in Deutschland niemand machen.
Ich packte also meinen Rucksack und stieg nach fast einem halben Jahr mal wieder hinters Steuer. Himmel, ich vermisse mein Auto! Fünf Minuten später war ich ganz selbstverständlich unterwegs, hatte meine Musik angemacht und fuhr singend durch die Gegend. Die Karte bekam ich an der I-Site und dann machte ich mich auf zum sogenannten Nugget Point, einem Leuchtturm auf Klippen nördlich von Owaka. Unterwegs hielt ich an sämtlichen Stränden an, soooooo schön! Nugget Point hat mich definitiv ein wenig an Cape Reinga erinnert!
Zum Lunch war ich zurück bei Familie White, am Nachmittag setzte sich Penny hinters Steuer und fuhr mit mir in den Süden. Traumhafte Postkarten-Buchten; -Strände; -Wasserfälle. Sie zeigte mir definitiv die Highlights der Gegend – Purakaunui Bay, Purakaunui Falls, Papatowai & Tautuku Bay.
Nach diesem Tag war mir glasklar, warum immer alle von den Catlins schwärmen und sagen, dass man da hin MUSS. Is einfach so.

Urlaub auf dem Bauernhof

Am Mittwoch, 12. März, wurde es dann wieder spannend für mich. Von Te Anau ging es frühmorgens mit dem Bus los Richtung INVERCARGILL, der Stadt ganz untem im Süder der Südinsel. Hier verbrachte ich fast eine Woche, bis zum nächsten Dienstag (18. März), auf der kleinen Farm von Stephen und Katrina.
Invercargill City
Invercargills historischer Wasserturm
Invercargills berühmtester Bewohner - Tuatara Henry
Meine knappe Woche bei den beiden hatte definitv was von Urlaub auf dem Bauernhof bei Oma und Opa! Wir haben zwar auch eine Menge Arbeit geleistet, dennoch hab ich ständig Kekse angeboten bekommen, wurde gefragt, ob ich wirklich nichts mehr Essen möchte und fühlte mich mit meinem riesigen Bett und dem eigenen Zimmer wie im Paradies. Purer Luxus, ich hatte sogar Wifi!
Bluff - the end of the road!
:)
Anyway. Meine Woche bestand aus Unkraut jähten, Holz spalten, Schafe durch die Gegend treiben, Holz auf den Anhänger werfen, Daisy, die Kuh melken, Holz vom Anhänger abladen, Tore auswechseln, Holz in die Hütte tragen, Holz stapeln und noch mehr Holz stapeln. Ich fühl mich jetzt komplett ausgebildet in dem Bereich.
Arbeiten mit Stephen
Als Lohn (und quasi Bonus zur Unterkunft und dem leckeren Essen) durfte ich dann auch noch Invercargill erkunden, wurde auf eine Tour nach Riverton und Colac Bay ans Meer mitgenommen, machte mit Stephen Ausflüge nach Bluff (wo der State Highway 1 endet, der sich vom Cape Reinga über beide Inseln bis darunter schlängelt) und Oreti (wunderschöner Strand auf den man mit dem Auto fahren kann! Dünen, Stewart Island in der Ferne und Surfer auf den Wellen!) und wurde Sonntagabend mit zu einem Barbecue in die Stadt genommen.
Super Woche und endlich mal wieder gewwooft!
Stewart Island in der Ferne :)
Mit Katrina und Milly in Riverton :)