Montag, 17. März 2014

Ben Lomond Track

Vor zwei Wochen.

An meinem zweiten Tag in Queenstown, Sonntag, machte ich mich mal wieder auf die Socken und schonte meinen Geldbeutel. Anstatt von einer Brücke zu springen oder in einem Boot über einen Fluss zu brausen, zog ich mal wieder meine Schuhe an, packte meinen Rucksack und ging wandern.

Das Wetter war gut, der Berg steil, was will man mehr?
Vom Hostel gings erstmal zur Talstation der Queenstown Gondola. Nein. Ich hab nicht geschummelt. Die $25 hab ich mir gespart und mich dafür eine Stunde den Berg hochgequält. Freude. Aber die Mühe war es wert und der Ausblick allein von dort oben war schon der Hammer. Queenstown von seiner Schokoladenseite! Hier werden sämtliche Postkartenbilder geschossen ;)
Queeeeeeenstown :)

Nach einer kleinen Verschaufpause / Fotostopp gings für mich dann auf den echten Track. Ben Lomond. Der ist 1000-irgendwas Meter hoch und hoch über Queenstown. Um da hochzukommen läuft man erstmal ein, zwei Stunden an einem Bergkamm entlang bergan zum Lomond Sattel, von wo aus man super Blicke Richtung Aspring National Park hat (solange es nicht regnet …). Einen traumhaften Ausblick auf Lake Wakatipu, die Remarkables und sämtliche andere Berge, deren Namen ich leider vergessen habe, hat man auf dem Weg da hoch auch, wenn man sich mal umdreht. Und jedes Mal denkt man sich nur „Oh, wow!“

Was mich zu einer wichtigen Lektion bringt, die ich hier in Neuseeland gelernt habe.

Egal wie steil ein Berg ist, egal wie unmotiviert du bist weiterzulaufen und egal wie weh deine Füße tun – geh weiter, einen Fuß vor den anderen. Am Ende lohnt sich der Aufstieg einfach soooo sehr. Jedes einzelne Mal!

"Hmmm ... Okay, give it a try!"
Irgendwo dahinten ist der Aspiring National Park :)












Von anderen Wanderern motiviert („Oh ja, die Aussicht vom Gipfel ist noch viel besser!“ - „Lohnt sich!“) kämpfte ich mich vom Lomond Saddle noch weiter bergan. Laut Schild war es von dort noch eine Stunde, zwei, drei Stunden war ich schon unterwegs. Auf halber Stecke machte ich Mittagspause mit wundervoller Aussicht. Während ich allerdings meine Brote genoss, zog in meinem Rücken eine fiese Regenfront auf. Ich ging noch ein bisschen weiter den Berg hoch, drehte dann aber doch um, da der Wind zu stark wurde und der Regen einsetzte. Da war mir meine Sicherheit dann doch wichtiger als das Gipfelfoto. Außerdem hatte es sich mittlerweile so zugegzogen, dass man eh kaum noch etwas sehen konnte von der Umgebung.

Rückblick auf den Lomond Saddle
Meine Wanderung wurde also zu einem höchst spaßigen Marsch durch den strömenden Regen (ich bin ja so glücklich mit meiner neuen Regenhose!), den drei Stunden Aufstieg lief ich in einer guten Stunde wieder bergab – wobei ich eine andere Route ins Tal wählte, nicht an der Gondelstation vorbei. Dafür durch den Wald – und dann war der Weg auf einmal verschwunden. Nur Bäume vor mir, bisschen Abhang zu meiner rechten. Wieso auch nicht. Ich kletterte ein bisschen bergab und fand den Weg nach gut zehn Minuten 200 Meter weit entfernt dann wieder, der fing einfach wieder an, als wäre er nie weg gewesen. Warum auch nicht.

Als ich den Wald endlich verließ und komplett durchnässt und zerzaust ein bisschen durch Queenstown lief, hörte der Regen natürlich auf. Und als ich am See ankam, schien sogar die Sonne wieder ein bisschen. War klar. Dennoch war die Wanderung atemberaubend! Eines der schönsten Fleckchen Neuseeland, die ich sehen durfte! :)





P.S.: Am nächsten Tag lag da oben dann übrigens Schnee. Gut, dass ich umgedreht bin, also.
Ausblick auf den See, jetzt schon verregnet, kurz vor meiner Umkehr

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