Vor zwei Wochen.
An meinem zweiten Tag in
Queenstown, Sonntag, machte ich mich mal wieder auf die Socken und
schonte meinen Geldbeutel. Anstatt von einer Brücke zu springen oder
in einem Boot über einen Fluss zu brausen, zog ich mal wieder meine
Schuhe an, packte meinen Rucksack und ging wandern.
Das Wetter war gut, der
Berg steil, was will man mehr?
Vom Hostel gings erstmal
zur Talstation der Queenstown Gondola. Nein. Ich hab nicht
geschummelt. Die $25 hab ich mir gespart und mich dafür eine Stunde
den Berg hochgequält. Freude. Aber die Mühe war es wert und der
Ausblick allein von dort oben war schon der Hammer. Queenstown von
seiner Schokoladenseite! Hier werden sämtliche Postkartenbilder
geschossen ;)
| Queeeeeeenstown :) |
Nach einer kleinen
Verschaufpause / Fotostopp gings für mich dann auf den echten Track.
Ben Lomond. Der ist 1000-irgendwas Meter hoch und hoch über
Queenstown. Um da hochzukommen läuft man erstmal ein, zwei Stunden
an einem Bergkamm entlang bergan zum Lomond Sattel, von wo aus man
super Blicke Richtung Aspring National Park hat (solange es nicht
regnet …). Einen traumhaften Ausblick auf Lake Wakatipu, die
Remarkables und sämtliche andere Berge, deren Namen ich leider
vergessen habe, hat man auf dem Weg da hoch auch, wenn man sich mal
umdreht. Und jedes Mal denkt man sich nur „Oh, wow!“
Was mich zu einer
wichtigen Lektion bringt, die ich hier in Neuseeland gelernt habe.
Egal wie steil ein Berg
ist, egal wie unmotiviert du bist weiterzulaufen und egal wie weh
deine Füße tun – geh weiter, einen Fuß vor den anderen. Am Ende
lohnt sich der Aufstieg einfach soooo sehr. Jedes einzelne Mal!
| "Hmmm ... Okay, give it a try!" |
| Irgendwo dahinten ist der Aspiring National Park :) |
Von anderen Wanderern
motiviert („Oh ja, die Aussicht vom Gipfel ist noch viel besser!“
- „Lohnt sich!“) kämpfte ich mich vom Lomond Saddle noch weiter
bergan. Laut Schild war es von dort noch eine Stunde, zwei, drei
Stunden war ich schon unterwegs. Auf halber Stecke machte ich
Mittagspause mit wundervoller Aussicht. Während ich allerdings meine
Brote genoss, zog in meinem Rücken eine fiese Regenfront auf. Ich
ging noch ein bisschen weiter den Berg hoch, drehte dann aber doch
um, da der Wind zu stark wurde und der Regen einsetzte. Da war mir
meine Sicherheit dann doch wichtiger als das Gipfelfoto. Außerdem
hatte es sich mittlerweile so zugegzogen, dass man eh kaum noch etwas
sehen konnte von der Umgebung.
| Rückblick auf den Lomond Saddle |
Meine Wanderung wurde
also zu einem höchst spaßigen Marsch durch den strömenden Regen
(ich bin ja so glücklich mit meiner neuen Regenhose!), den drei
Stunden Aufstieg lief ich in einer guten Stunde wieder bergab –
wobei ich eine andere Route ins Tal wählte, nicht an der
Gondelstation vorbei. Dafür durch den Wald – und dann war der Weg
auf einmal verschwunden. Nur Bäume vor mir, bisschen Abhang zu
meiner rechten. Wieso auch nicht. Ich kletterte ein bisschen bergab
und fand den Weg nach gut zehn Minuten 200 Meter weit entfernt dann
wieder, der fing einfach wieder an, als wäre er nie weg gewesen.
Warum auch nicht.
Als ich den Wald endlich
verließ und komplett durchnässt und zerzaust ein bisschen durch
Queenstown lief, hörte der Regen natürlich auf. Und als ich am See
ankam, schien sogar die Sonne wieder ein bisschen. War klar. Dennoch
war die Wanderung atemberaubend! Eines der schönsten Fleckchen
Neuseeland, die ich sehen durfte! :)
P.S.: Am nächsten Tag lag da oben dann übrigens Schnee. Gut, dass ich umgedreht bin, also.
| Ausblick auf den See, jetzt schon verregnet, kurz vor meiner Umkehr |
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