Montag, 10. März 2014

Alex Knob - Zu viele Versuche & ein Rettungshubschrauber

Hammer Aussicht, Alex Knob, First Try.

Aber war schon irgendwie cool :D
Aussicht auf die Alpen auf dem Weg nach oben :)
Alison & ich :)
Mein Abenteuer auf dem Alex Knob Track ist jetzt schon gut drei Wochen her, das war in meiner letzten Woche in Franz Josef ...
Zuerst einmal ein paar Infos. Der Alex Knob Track ist als 8 Stunden Wanderung ausgezeichnet und wird nur für gut erfahrene und ausgestattete Wanderer empfohlen. Also kein Problem für uns.
Den Track wollte ich schon im November laufen, hab das ganze dann aber wegen leichten Schmerzen im Fuß verschoben. Dann hab ich wie eine Verrückte gearbeitet und hatte keine Zeit zum Wandern, dann war das Wetter nicht gut – vor vier Wochen hab ich mich dann das erste Mal den gesamten Berg hochgekämpft. Auf 1303 meter. Das Wetter war bescheiden, alles war in Wolken, gesehen habe ich nada.
Also zögerte ich nicht lange, als Alison mich vor eben diesen drei Wochen fragte, ob ich nicht mit ihr auf den Berg steigen wollte. Der Wetterbericht war hervorragend (wir hatten zwei Wolken an dem ganzen Tag, soooo selten wenn man Franz kennt!) und nachdem ich mit Franzi ein letztes Mal Frühstücken gegangen war, gings für uns los mit unserer Wanderung.
Da das Wetter so super war, war es eben auch viel viel heißer als bei meiner Tour eine Woche vorher und wir mussten uns wirklich motivieren, weiterzulaufen … Aber die Ausblicke waren unbeschreiblich schön! Ich konnte gar nicht fassen, dass das ganze eine Woche vorher auch schon da gewesen war, ich aber einfach absolut nichts sehen konnte! Die Bergpanoramen waren so unglaublich schön, die Blicke auf den Gletscher Millionen wert und auf der anderen Seite waren Lake Mapourika, Okarito und die Tasman Sea in Sichtweite. Traumhaft!
Der Aufstieg zum Gipfel war alle Mühe und jeden Schritt wert – wo eine Woche vorher nur eine weiß-graue Nebelwand zu finden war, lag nun der mächtige Franz Josef Gletscher vor uns, von seinem Schneefeld bis zu seinem Terminal Face unten im Tal. Wow.
Wir genossen die Sonne, den Ausblick und unser Mittagessen, bevor wir uns auf den Abstieg vorbereiteten und den Berg wieder runterklettern.
Ja, es hätte alles so schön einfach und relaxt sein können. Aber der Abstieg gestaltete sich dann doch ein wenig dramatischer als wir das erwartet hätten.

Auf unserem Weg den Berg hoch hatten wir Rik kennengelernt, einen Kiwi aus Tauranga, der für KiwiExperience, also ein Busunternehmen hier, fährt. Wir kletterten also zusammen bis zum Gipfel, machten Fotos und kletterten zusammen wieder runter – bis Rik sich nach gut zwanzig Minuten am Rand der Baumgrenze das Fußgelenk brach. An einem felsigen Stück rutschte er weg – und lag auf dem Boden zwischen Alison und mir. Für ihn war sofort klar, dass er die zwei, drei Stunden Abstieg, die noch vor uns lagen, sicher nicht laufen konnte, genau genommen konnte er seinen Fuß kein Stückchen bewegen.
Wir versuchten also, vom Berg aus Notrufe durchzubekommen und irgendwie auf uns aufmerksam zu machen. Alle, die an uns vorbeikamen, baten wir, doch zu versuchen, einen Notruf abzusetzen und von uns hier oben zu erzählen. Während Alison sich auf den Weg machte, den Berg herunterzuklettern, um ein besseres Signal zu bekommen, blieb ich bei Rik in der Sonne auf dem Berg, versuchte dem Skydive-Flugzeug oder den Glacier-Helikoptern klarzumachen, dass wir Hilfe brauchten und lenkte Rik ab, so gut ich konnte. Glücklicherweise hatte ich am Morgen meine ganz Medikamenten-Erste-Hilfe-Tüte in meinen Rucksack geschmissen (zu faul um die Pflaster rauszusuchen, ich Glückliche!) und konnte ihm ein paar Schmerztabletten anbieten.

David und Rik
Ein paar Jungs vom Gipfel sagten uns nach einer Weile, dass sie den Notruf abgesetzt hätten, wir wussten also, dass Hilfe irgendwann, irgendwo, irgendwie kommen würde. Also warteten wir auf unseren Rettungshubschrauber.
Die Nachmittagshitze war schön warm und unser Wasser wurde weniger, aber wir hielten durch, der Heli fand uns – und flog erstmal wieder ins Tal, bevor er eine halbe Stunde später wieder kam.
Wir kauerten auf dem Weg, ich hielt sämtliche Taschen fest und mir die Hände vors Gesicht, als der Heli direkt über uns schwebte und sämtliche Blätter, Äste und Steine durch die Gegend wirbelte. Ein Sanitäter, David, wurde abgeseilt, bevor der Heli wieder davonflog. Ehrlich, ich kam mir vor wie im Film. Erfahrungen fürs Leben!
David wurde dann erstmal die Geschichte der letzten zweieinhalb Stunden erzählt, während er sich den gebrochenen Fuß anschaute, ihn schiente, Rik versorgte und ihn in eine für den Heli gut erreichbare Position brachte.
Als der Heli wieder angeflogen kam und es für mich nichts mehr zu tun gab, verabschiedete ich mich von Rik und David, wünschte alles Gute und machte mich auf den Abstieg, der noch immer vor mir lag. Da Rik sofort nach Greymouth oder Christchurch geflogen werden sollte, war für mich leider kein Helitransfer drin. Naja.
Der erlösende Rettungshubschrauber aus Greymouth
Ich lief also den gesamten Track wieder runter, vorsichtig natürlich, ich wusste ja, wie schnell man sich was brechen kann. Von unterwegs versuchte ich auch SMS rauszuschicken, auf der Suche nach jemandem, der mich vom Parkplatz abholen und mir eine Flasche Wasser bringen konnte, ich hatte ja keine Ahnung, wo Alison jetzt war. Sie war es dann aber, die mir auf dem letzten Stück mit einer Wasserflasche entgegenkam, die ich dankend austrank, und mich zurück zum YHA fuhr, wo ich schon leicht panisch/verwirrt erwartet wurde und meine Geschichte mehrfach zum Besten geben durfte. Zu der war ich aber einfach nur durch den Wind, wollte Wasser und eine Dusche.
Der Abend endete dann etwas entspannter, als ich frisch geduscht und leicht erholt mit Sydney und Charlotte Essen ging und den Sonnenuntergang bestaunte – bevor ich fix und fertig ins Bett fiel – mit der Gewissheit, etwas Gutes getan zu haben.

Rik geht’s besser. Ja, das Gelenk war gebrochen und er wurde direkt nach Christchurch geflogen. Die OPs sind überstanden und der Gute ist auf dem Weg der Besserung – kann sich nur noch um Wochen und Monate handeln. Und er hats auch in die lokale Presse geschafft;

 
Franz Josef <3

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