| Hammer Aussicht, Alex Knob, First Try. |
| Aber war schon irgendwie cool :D |
| Aussicht auf die Alpen auf dem Weg nach oben :) |
| Alison & ich :) |
Zuerst einmal ein paar Infos. Der Alex
Knob Track ist als 8 Stunden Wanderung ausgezeichnet und wird nur für
gut erfahrene und ausgestattete Wanderer empfohlen. Also kein Problem
für uns.
Den Track wollte ich schon im November
laufen, hab das ganze dann aber wegen leichten Schmerzen im Fuß
verschoben. Dann hab ich wie eine Verrückte gearbeitet und hatte
keine Zeit zum Wandern, dann war das Wetter nicht gut – vor vier
Wochen hab ich mich dann das erste Mal den gesamten Berg
hochgekämpft. Auf 1303 meter. Das Wetter war bescheiden, alles war
in Wolken, gesehen habe ich nada.
Also zögerte ich nicht lange, als
Alison mich vor eben diesen drei Wochen fragte, ob ich nicht mit ihr
auf den Berg steigen wollte. Der Wetterbericht war hervorragend (wir
hatten zwei Wolken an dem ganzen Tag, soooo selten wenn man Franz
kennt!) und nachdem ich mit Franzi ein letztes Mal Frühstücken
gegangen war, gings für uns los mit unserer Wanderung.
Da das Wetter so super war, war es eben
auch viel viel heißer als bei meiner Tour eine Woche vorher und wir
mussten uns wirklich motivieren, weiterzulaufen … Aber die
Ausblicke waren unbeschreiblich schön! Ich konnte gar nicht fassen,
dass das ganze eine Woche vorher auch schon da gewesen war, ich aber
einfach absolut nichts sehen konnte! Die Bergpanoramen waren so
unglaublich schön, die Blicke auf den Gletscher Millionen wert und
auf der anderen Seite waren Lake Mapourika, Okarito und die Tasman
Sea in Sichtweite. Traumhaft!
Der Aufstieg zum Gipfel war alle Mühe
und jeden Schritt wert – wo eine Woche vorher nur eine weiß-graue
Nebelwand zu finden war, lag nun der mächtige Franz Josef Gletscher
vor uns, von seinem Schneefeld bis zu seinem Terminal Face unten im
Tal. Wow.
Wir genossen die Sonne, den Ausblick
und unser Mittagessen, bevor wir uns auf den Abstieg vorbereiteten
und den Berg wieder runterklettern.
Ja, es hätte alles so schön einfach
und relaxt sein können. Aber der Abstieg gestaltete sich dann doch
ein wenig dramatischer als wir das erwartet hätten.
Auf unserem Weg den Berg hoch hatten
wir Rik kennengelernt, einen Kiwi aus Tauranga, der für
KiwiExperience, also ein Busunternehmen hier, fährt. Wir kletterten
also zusammen bis zum Gipfel, machten Fotos und kletterten zusammen
wieder runter – bis Rik sich nach gut zwanzig Minuten am Rand der
Baumgrenze das Fußgelenk brach. An einem felsigen Stück rutschte er
weg – und lag auf dem Boden zwischen Alison und mir. Für ihn war
sofort klar, dass er die zwei, drei Stunden Abstieg, die noch vor uns
lagen, sicher nicht laufen konnte, genau genommen konnte er seinen
Fuß kein Stückchen bewegen.
Wir versuchten also, vom Berg aus
Notrufe durchzubekommen und irgendwie auf uns aufmerksam zu machen.
Alle, die an uns vorbeikamen, baten wir, doch zu versuchen, einen
Notruf abzusetzen und von uns hier oben zu erzählen. Während Alison
sich auf den Weg machte, den Berg herunterzuklettern, um ein besseres
Signal zu bekommen, blieb ich bei Rik in der Sonne auf dem Berg,
versuchte dem Skydive-Flugzeug oder den Glacier-Helikoptern
klarzumachen, dass wir Hilfe brauchten und lenkte Rik ab, so gut ich
konnte. Glücklicherweise hatte ich am Morgen meine ganz
Medikamenten-Erste-Hilfe-Tüte in meinen Rucksack geschmissen (zu
faul um die Pflaster rauszusuchen, ich Glückliche!) und konnte ihm
ein paar Schmerztabletten anbieten.
| David und Rik |
Ein paar Jungs vom Gipfel sagten uns
nach einer Weile, dass sie den Notruf abgesetzt hätten, wir wussten
also, dass Hilfe irgendwann, irgendwo, irgendwie kommen würde. Also
warteten wir auf unseren Rettungshubschrauber.
Die Nachmittagshitze war schön warm
und unser Wasser wurde weniger, aber wir hielten durch, der Heli fand
uns – und flog erstmal wieder ins Tal, bevor er eine halbe Stunde
später wieder kam.
Wir kauerten auf dem Weg, ich hielt
sämtliche Taschen fest und mir die Hände vors Gesicht, als der Heli
direkt über uns schwebte und sämtliche Blätter, Äste und Steine
durch die Gegend wirbelte. Ein Sanitäter, David, wurde abgeseilt,
bevor der Heli wieder davonflog. Ehrlich, ich kam mir vor wie im
Film. Erfahrungen fürs Leben!
David wurde dann erstmal die Geschichte
der letzten zweieinhalb Stunden erzählt, während er sich den
gebrochenen Fuß anschaute, ihn schiente, Rik versorgte und ihn in
eine für den Heli gut erreichbare Position brachte.
Als der Heli wieder angeflogen kam und
es für mich nichts mehr zu tun gab, verabschiedete ich mich von Rik
und David, wünschte alles Gute und machte mich auf den Abstieg, der
noch immer vor mir lag. Da Rik sofort nach Greymouth oder
Christchurch geflogen werden sollte, war für mich leider kein
Helitransfer drin. Naja.
| Der erlösende Rettungshubschrauber aus Greymouth |
Ich lief also den gesamten Track wieder
runter, vorsichtig natürlich, ich wusste ja, wie schnell man sich
was brechen kann. Von unterwegs versuchte ich auch SMS
rauszuschicken, auf der Suche nach jemandem, der mich vom Parkplatz
abholen und mir eine Flasche Wasser bringen konnte, ich hatte ja
keine Ahnung, wo Alison jetzt war. Sie war es dann aber, die mir auf
dem letzten Stück mit einer Wasserflasche entgegenkam, die ich
dankend austrank, und mich zurück zum YHA fuhr, wo ich schon leicht
panisch/verwirrt erwartet wurde und meine Geschichte mehrfach zum
Besten geben durfte. Zu der war ich aber einfach nur durch den Wind,
wollte Wasser und eine Dusche.
Der Abend endete dann etwas
entspannter, als ich frisch geduscht und leicht erholt mit Sydney und
Charlotte Essen ging und den Sonnenuntergang bestaunte – bevor ich
fix und fertig ins Bett fiel – mit der Gewissheit, etwas Gutes
getan zu haben.
Rik geht’s besser. Ja, das Gelenk war
gebrochen und er wurde direkt nach Christchurch geflogen. Die OPs
sind überstanden und der Gute ist auf dem Weg der Besserung – kann
sich nur noch um Wochen und Monate handeln. Und er hats auch in die
lokale Presse geschafft;
| Franz Josef <3 |
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