Samstag, 26. April 2014

Von Delfinen und Klippen

 
Nach einer weiteren Nacht in Christchurch und einem Vormittag bei Inland Revenue (ausfüllen meiner Steuererklärung) ging es dann am 15. April für mich nach Kaikoura. Weil wir ja jetzt Herbst und Winterzeit haben, war es um sieben, als ich ankam, auch einfach schon stockdunkel. Ich hab also schnell gekocht – und mich mit Renée, der Kanadierin vom Arthurs Pass getroffen. Kuchen und Feuershow in ihrem Hostel mit inbegriffen!
Im Bett war ich nicht allzu früh, aber früh aufgestanden bin ich trotzdem. Halb fünf – why not? In aller Frühe lief ich durchs (noch immer) dunkle Kaikoura, um mich um halb sechs morgens in einen Wetsuit (Neoprenanzug) zu zwängen. Für mich ging es dann im Halbdunkeln zum Hafen, auf ein Boot und raus auf die South Bay. Wieso das alles? Ich hatte mich zum Delfinschwimmen gemeldet. Ja, richtig gehört. Schwimmen im Pazifik mit echten, wilden Dusky Dolphines.
Nach einer Cruise über die Bucht und einem atemberaubenden Sonnenaufgang auf dem Meer (an alle, die Life of Pi gesehen haben – JA, das Meer kann DEFINITIV so golden aussehen, ungelogen!), ging es für alle mutigen Schwimmer an Bord dann mit Taucherbrille, Schwimmflossen und Schnorchel ins Wasser. Den Blick nach unten gerichtet hatte ich auch relativ schnell einen Delfin gesichtet, der innerhalb von Sekunden direkt unter mir hindurch schwamm. Ich war viel zu überrascht, um irgendwas anderes zu machen als zu starren. Und dann war er auch schon weg.
Man muss sagen, wir hatten wirklich Pech. Ich habe von vielen gehört, dass sie mit zig, sogar hunderten Delfinen im Wasser waren – ich hatte diese einen in aller Pracht, ein paar vom Boot aus. Aber die Meeresbewohner waren an diesem Morgen extrem scheu, ließen sich trotz mehrerer Tauchgänge und unseren Bemühungen beim Erzeugen seltsamer Laute nicht mehr blicken, wollten sich noch nicht einmal fotografieren lassen, als wir versuchten, ihnen mit dem Boot zu folgen.
Dennoch war es eine unglaubliche Erfahrung und ein wunderschöner Morgen in Kaikoura!

An diesem Mittag verließ ich Kaikoura für eine ganze Woche und kehrte am 23. April bei schönstem Sonnenschein zurück. Eine Woche vorher durfte ich die Schönheit des Ortes bei Tageslicht ja auch schon genießen, aber jetzt, in der Sonne, sah alles noch viel schöner aus. Kaikoura liegt direkt am Pazifik, hat eine nahe Halbinsel und die Berge direkt im Hintergrund. Traumkulisse!
Am Mittwoch zog ich so auch schnell los zur Halbinsel, um einen Spaziergang zu den Klippen zu machen und Tiere zu beobachten – Kaikoura hat nämlich nicht nur Delfine (und Wale), sondern auch so allerhand Robben, Albatrosse und andere Seevögel. Durch den Matsch der letzten Tage bahnte ich mir meinen Weg über die Peninusla und genoss die Herbstsonne mit Blick auf die schneebedeckten Berge und das türkisfarbene Meer unter mir. Gutes Leben!
Am nächsten Mittag fuhr ich dann, nach einem Kaffee und Fish'n'Chips, zum dritten Mal Richtung Christchurch, wo ich mich für die letzten Tage meiner Zeit in Neuseeland mit Marie treffen wollte, einer Freundin mit der ich sage und schreibe eine Stadtrundfahrt in Auckland verbracht hatte – im September.

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