Montag, 7. April 2014

"Do you have a black shirt?"

Mein allerneustes Abenteuer war eher spontan und aus einer Art Notsituation geboren.
Aber erstmal kurz zu den Umständen. Momentan bin ich wieder als Wwooferin tätig. Kein wirklicher Bauernhof und ausgenommen vom Kompost und dem einen Schwein jetzt auch nicht sooo wahnsinnig organisch. Aber hey, who cares? Carmel und Ferg haben ein kleines Bed & Breakfast hier bei sich laufen und auf der anderen Seite des Parks (ja, das kann man wirklich nicht mehr "Garten" nennen) haben sie einen Saal für Veranstaltungen mit Küche und allem drum und dran.
 Jedenfalls bestand die Arbeit meiner ersten Tage aus so allerhand unterschiedlicher Aufgaben. Da habe ich mal wieder Unkraut gejähtet, Rosen gerettet, Gemüsebeete umgegraben, Gartenwege vom Laub befreit (ja, hier ist es jetzt wirklich schön herbstlich!:), Wäsche gebügelt und die Küche geputzt. 

Samstag hatten wir dann eine Hochzeitsgesellschaft da. Ich hatte am Morgen meine Arbeit verrichtet und wollte es mir im Wohnzimmer gemütlich machen, nachdem ich von der Couch aus die Hochzeitszeremonie draußen im Garten beobachtet hatte. Und dann kam Carmel.
"Lena! Eine der Mitarbeiterinnen musste grade weg. Würde es dir was ausmachen, drüben auszuhelfen und eine bisschen zu arbeiten? Hast du was schwarzes zum Anziehen? Hast du dunkle Schuhe?"
Ja. Und mit einem schnellem "Sure! Yeah. Yes, I've got a black dress" war ich auch schon draußen, zog mich schnell um, bekam Schuhe von Carmel und lief über die Wiese rüber zum Saal. Und dann war ich mal wieder am arbeiten.
Ich kann stolz behaupten, dass ich die Hochzeit nicht ruiniert habe, das Essen war gut und soweit alle zufrieden. Puh. 

Nach meiner Ankunft in der Küche standen so allerhand diverse Sachen an. Salat putzen. Tomaten schneiden. Canapés verzieren. Häppchen rausbringen und anbieten. Salate anrichten. Immer wieder alles saubermachen. Minzblätter im Garten pflücken. Schokokuchen mit Minzblättern im Kühlhaus dekorieren. Schokokuchen und Apple Pie servieren. Teller saubermachen. Geschirr sortieren. Sandwiches machen. Tassen stapeln. Normale Küchen-Hochzeitsaufgaben eben.
Mein erster Tag als Kitchenhand war definitiv interessant und eine Erfahrung – wie so vieles hier! Ich bin wirklich dankbar, dass ich helfen durfte und konnte. Aber gleichzeitig bin ich auch wirklich froh, dass ich meinen Sommer in Traceys Tankstelle verbringen durfte und nicht in irgendeiner Küche. 

Sonntagmorgen wurde dann eine zweite Schicht geschoben – Post-Wedding-Brunch. Alles saubermachen, wieder herrichten, Säfte, Waffeln, Obstsalat, Kaffee. Man kann sich vorstellen, wie das so ablief, denke ich. Gute Arbeit!
In den nächsten Tagen werde ich wahrscheinlich wieder im Garten eingesetzt, da fühl ich mich ein wenig sicherer als in der Küche.

Oh. Und da Geraldine natürlich in einem Teil des Landes ist, in dem ich noch nie war, komplett andere Küste, mitten im Nirgendwo (wie so vieles), und hier ständig Hochzeiten stattfinden und ich hier für sage und schreibe für eine Woche und eine Hochzeit bin – bei all dem brauch ich gar nicht erwähnen, dass ich den Trauzeugen aus Franz Josef kannte, oder? Ganz selbstverständlich. :D

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