Mein allerneustes
Abenteuer war eher spontan und aus einer Art Notsituation geboren.
Aber erstmal kurz zu den
Umständen. Momentan bin ich wieder als Wwooferin tätig. Kein
wirklicher Bauernhof und ausgenommen vom Kompost und dem einen
Schwein jetzt auch nicht sooo wahnsinnig organisch. Aber hey, who
cares? Carmel und Ferg haben ein kleines Bed & Breakfast hier bei
sich laufen und auf der anderen Seite des Parks (ja, das kann man
wirklich nicht mehr "Garten" nennen) haben sie einen Saal
für Veranstaltungen mit Küche und allem drum und dran.
Jedenfalls bestand die
Arbeit meiner ersten Tage aus so allerhand unterschiedlicher
Aufgaben. Da habe ich mal wieder Unkraut gejähtet, Rosen gerettet,
Gemüsebeete umgegraben, Gartenwege vom Laub befreit (ja, hier ist es
jetzt wirklich schön herbstlich!:), Wäsche gebügelt und die Küche
geputzt.
Samstag hatten wir dann
eine Hochzeitsgesellschaft da. Ich hatte am Morgen meine Arbeit
verrichtet und wollte es mir im Wohnzimmer gemütlich machen, nachdem
ich von der Couch aus die Hochzeitszeremonie draußen im Garten
beobachtet hatte. Und dann kam Carmel.
"Lena! Eine der
Mitarbeiterinnen musste grade weg. Würde es dir was ausmachen,
drüben auszuhelfen und eine bisschen zu arbeiten? Hast du was
schwarzes zum Anziehen? Hast du dunkle Schuhe?"
Ja. Und mit einem
schnellem "Sure! Yeah. Yes, I've got a black dress" war ich
auch schon draußen, zog mich schnell um, bekam Schuhe von Carmel und
lief über die Wiese rüber zum Saal. Und dann war ich mal wieder am
arbeiten.
Ich kann stolz behaupten,
dass ich die Hochzeit nicht ruiniert habe, das Essen war gut und
soweit alle zufrieden. Puh.
Nach meiner Ankunft in
der Küche standen so allerhand diverse Sachen an. Salat putzen.
Tomaten schneiden. Canapés verzieren. Häppchen rausbringen und
anbieten. Salate anrichten. Immer wieder alles saubermachen.
Minzblätter im Garten pflücken. Schokokuchen mit Minzblättern im
Kühlhaus dekorieren. Schokokuchen und Apple Pie servieren. Teller
saubermachen. Geschirr sortieren. Sandwiches machen. Tassen stapeln.
Normale Küchen-Hochzeitsaufgaben eben.
Mein erster Tag als
Kitchenhand war definitiv interessant und eine Erfahrung –
wie so vieles hier! Ich bin wirklich dankbar, dass ich helfen durfte
und konnte. Aber gleichzeitig bin ich auch wirklich froh, dass ich
meinen Sommer in Traceys Tankstelle verbringen durfte und nicht in
irgendeiner Küche.
Sonntagmorgen wurde dann
eine zweite Schicht geschoben – Post-Wedding-Brunch. Alles
saubermachen, wieder herrichten, Säfte, Waffeln, Obstsalat, Kaffee.
Man kann sich vorstellen, wie das so ablief, denke ich. Gute Arbeit!
In den nächsten Tagen
werde ich wahrscheinlich wieder im Garten eingesetzt, da fühl ich
mich ein wenig sicherer als in der Küche.
Oh. Und da Geraldine
natürlich in einem Teil des Landes ist, in dem ich noch nie war,
komplett andere Küste, mitten im Nirgendwo (wie so vieles), und hier
ständig Hochzeiten stattfinden und ich hier für sage und schreibe
für eine Woche und eine Hochzeit bin – bei all dem brauch ich gar
nicht erwähnen, dass ich den Trauzeugen aus Franz Josef kannte,
oder? Ganz selbstverständlich. :D
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