Hier jetzt mal der Bericht, der es letztens noch in die Zeitung geschafft hat - ich und mein wunderschönes Weihnachtsfest mit Tannenbaum! :)
Feiertage am anderen Ende der Welt
Hamilton/Oberelsungen.
Lena Ziehfreund (20) aus Oberelsungen ist nach dem Abitur zehn Monate
in Neuseeland im Rahmen des Work & Travel-Programms unterwegs.
Regelmäßig berichtet sie über ihr Leben. Heute: Weihnachten feiern am
anderen Ende der Welt.
Auch
wenn Neuseeland am anderen Ende der Welt liegt und der Dezember hier
schon in den Sommer fällt, wird hier doch genauso die Weihnachtszeit
gefeiert, wie daheim im Wolfhager Land.
Für
mich ehrlich gesagt eine ganz ungewöhnliche Erfahrung, Weihnachten im
T-Shirt, mit dem Sonnenuntergang am späten Abend - und zum ersten Mal
ohne meine Familie: Weihnachten 2013 war also etwas ganz Besonderes und
Einmaliges.
Die Festtage habe
ich in Franz Josef, einem kleinen Ort an der Westküste der Südinsel
Neuseelands verbracht. Hier bin ich jetzt schon beinah zwei Monate,
womit ich vorher nie gerechnet hätte.
Doch
der Charme der Region und des Ortes sowie die vielen neuen
Freundschaften, die ich hier geschlossen habe, haben meine Weiterreise
immer wieder verzögert und schließlich habe ich einen echten
Arbeitsplatz gefunden und mir meinen Auskommen für den Sommer gesichert.
Alle Hände voll zu tun
Neben
meiner Freiwilligenarbeit im Hostel arbeite ich an der einzigen
Tankstelle im Ort. Die Arbeit macht mir unglaublich Spaß und ich hätte
hier in Franz Josef kaum mehr Glück haben können.
Die
Weihnachtszeit ist für mich also dieses Jahr auch vollgepackt mit
Arbeit - da die Hauptreisezeit begonnen hat, werde ich am ersten und
zweiten Weihnachtsfeiertag arbeiten müssen und weil die Tankstelle auch
die örtliche Postagentur beherbergt, war bei uns in den letzten Wochen
ordentlich Betrieb.
Dennoch
haben wir hier unser Bestes gegeben, um Weihnachtsstimmung aufkommen zu
lassen. Ende November habe ich mir beispielsweise einen Adventskalender
zugelegt - ganz klassisch mit Schokolade, wie man das aus Deutschland
kennt - und mit Teelichtern einen improvisierten Adventskranz gebastelt.
Im Hostel und an der Arbeit haben wir auch weihnachtlich dekoriert -
ebenfalls so ähnlich wie daheim.
Die
Tannenbäume sind hier zwar überwiegend aus Draht und Plastik, doch
einige sehen ziemlich echt aus. Geschmückt sind sie mit allerhand
Lichterketten, Kugeln und anderem Dekomaterial. Alles ziemlich schön,
aber bei weitem nicht so überladen, wie es in Deutschland häufig der
Fall ist. Die richtige Weihnachtsstimmung kam dennoch erst auf, als mich
zwei Bekannte besuchten, denen ich vor einiger Zeit auf meiner Reise
durch Neuseeland begegnet war.
Die
beiden kamen relativ spontan nach Franz Josef - genau an dem Tag, an
dem ich in der Hostelküche mit meiner Mission Weihnachtsbäckerei viele
neugierige Blicke geerntet hatte. Den Abend verbrachten wir mit
Reisegeschichten, Plätzchen und Weihnachtsliedern am Klavier.
Wunderschön. Heiligabend hatte ich frei, sodass ich eine weitere Runde
für meine Mitbewohner hier im Hostel und meine Freunde backen konnte,
bevor der Gottesdienst und die Bescherung auf dem Programm standen.
Meine neuseeländischen und britischen Mitbewohner waren deshalb übrigens
etwas neidisch - hier ist das wirkliche Weihnachten mit Geschenken und
Feiern nämlich der 25. Dezember, der Weihnachtsmorgen.
Ich hoffe auch alle daheim hatten ein unvergessliches Weihnachtsfest im schönen Nordhessen.

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