An meinem freien Tag am
Mittwoch hab ich mich getreu dem Motto 'I'M GOING ON AN
ADVENTURE!' mal wieder dazu aufgemacht, Neues in South Westland
zu erleben.
Zusammen mit ein paar
anderen Locals und den Leuten von den Glacier Country Kayaks gings
morgens raus zum Lake Mapourika, zehn Minuten out of town. Und wie
die Überschrift schon vermuten lässt – wir waren Kayak fahren!
Clare, Dale und der Rest
der Kayakcrew haben uns freundlicherweise eingeladen,
Versuchskaninchen zu spielen und ihr neues Produkt zu testen – eine
Kombination aus Kayak fahren und Wandern. Und so gings für uns
runter an den See, wo es erstaunlich warm war, im Vergleich zu Franz.
Da gabs dann zuerst einmal eine Runde Kayakausrüstung, Lifejackets
und warme Regenjacken für alle, bevor sich jeder einzelne von uns
dann nochmal vorstellen durfte. I'm Lena, also from Germany, and I
work in the petrol station. I've been here almost three months and
will leave next month. The usual.
Naja, und dann gings
endlich Richtung Wasser, wo allen mit der Einstellung der Kayaks (für
die Füße zum Lenken) geholfen wurde, sämtliche Kameras,
Wasserflaschen und Regenjacken verstaut wurden und wir mit Paddel
ausgestattet raus aufs Wasser geschoben wurden. Meine dritte
Kayakerfahrung, ich werde hier noch zum Pro. Ja, die dritte. Nach
Hamilton und dem Abel Tasman. Aber dieses Mal erklärte ich mich
mutigerweise dazu bereit, in einem Single-Kayak, also ganz allein, zu
paddeln. Klingt jetzt eher undramatisch, war aber am Anfang
reeeelativ unstabil (nein, ihr dürft nicht lachen, ich bin nicht
baden gegangen. Ha!). Ich fand mich für meine zweite längere Tour
sogar ziemlich gut in meinem kleinen Bötchen :)
Wir machten also alle
unsere ersten - oder wievielten auch immer – Erfahrungen auf Lake
Mapourika, tobten uns ein bisschen aus und machten uns dann auf den
doch recht weiten Weg auf die andere Seite des Sees, gut zwei
Kilometer laut unseren Guides. Von denen waren übrigens fast alle,
ganze fünf Leute, mit, sodass der ganze Trip eher was von einem
Betriebs-Familien-Ausflug hatte, als von einem harten Arbeitstag. Die
haben ehrlich einen super Job da unten!
Auf halber Strecke über
den See hat es dann natürlich angefangen ein bisschen zu regnen,
Westcoast. Aber ich bin immer noch der Meinung, und Clare hat mir da
zugestimmt, dass der Regenwald einfach viel eindrucksvoller und
mystischer und dramatischer aussieht, wenn es nebelig und regnerisch
ist. Wie die Wolken und Schauer vom entfernten Ende über den Wald zu
uns gezogen sind, war schon schön. Und das mein ich wirklich ernst.
Wir genossen das Paddeln, Geplauder auf dem Wasser, den Wald und die
Southern Alps in unserem Rücken.
Das andere Ufer
erreichten wir dann doch schneller als gedacht und nachdem Tyler und
Campbell uns aus den Booten geholfen hatten, gings rein in den
Urwald. Und wo ich ja vorher schon von dem Gefühl gesprochen habe,
im Jurassic Park zu sein – auf meinem Kayaktrip bekam ich endlich
die Bestätigung. Der Wald hier wird wirklich als „jurassic rain
forest“ bezeichnet und ist so verdammt besonders, das gibt’s gar
nicht. Dadurch, dass hier in der Gegend halt keiner den Wald
abgeholzt hat oder auch nur Wege angelegt hat, ist er unberührt,
unverändert und noch ziemlich genau so, wie er zur Zeit der
Dinosaurier überall ausgesehen haben mag. Einfach nur der Hammer.
Ich schwöre, hier gibt es keinen einzigen Baum, der einfach nur ein
Baum ist. Die Bäume sind miteinander und mit anderen Pflanzen,
Lianen und Farnen verwachsen. Da wachsen Büsche auf Bäumen, um
deren Stamm sich Ranken winden und von deren Ästen Schlingen bis auf
den mit Farnen bewachsenen Boden reichen. Und durch genau diesen Wald
ging es dann auf einem frisch angelegten Trampelpfad vorbei an all
diesen Naturwundern hin zu einer Lichtung am Kopf einer Halbinsel,
von der wir einen super Blick über den Großteil des Sees hatten.
Hier gabs dann Lunch – und Schokolade!
Oh, und Geschichten! Das
Team hat uns auf dem gesamten Weg zu Wasser und zu Land Dinge über
die Entstehung der Gegend, die Gletscher und den Wald erzählt, zum
Lunch gabs dann aber die wahre Geschichte, warum der Kiwi nicht
fliegen kann. Schließlich befanden wir uns gerade mitten in der Kiwi
Sanctuary, der Schutzzone für die wilden kleinen Kiwis hier im
Okarito Forest, unsere geliebten Rowis. Die seltensten Kiwis
überhaupt. Zu den süßen Federbällchen aber hoffentlich bald mehr.
Nach unserer
Verschnaufpause am Ufer ging es durch den Wald wieder zurück (der
Weg sah jetzt schon ausgetretener aus), zurück in die Kayaks und
zurück raus aufs Wasser. Leider waren die Berge und das Tal des
Franz Josef Glaciers jetzt – wie so oft – in den Wolken und durch
den Regen nur noch als Schemen erkennbar, aber wir genossen die
Paddelei trotzdem, unterhielten uns ein bisschen mehr und posierten
für das ein oder andere nette Kayakfoto, bevor wir uns für ein
Gruppenfoto auf dem See aufstellten – und zwei unserer Guides mehr
oder weniger freiwillig baden gingen.
Ein super Tag auf dem
Wasser und im Wald für mich, ich bin so froh, dass Clare mich letzte
Woche auf die Liste geschrieben hat. Und auch wenn die Blasen an
meinen Fingern doch etwas schmerzhaft sind – ich würde sofort
wieder in ein Kayak steigen und durch die Gegend paddeln. Vor allem,
wenn die Gegend so wunderschön ist wie der Westland National Park :)
Mehr Bilder in ein paar Tagen :)
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