| Vegetable Garden und das Haus |
Jetzt wo ich drüber nachdenke schon unglaublich, aber ja, ich bin jetzt bei meiner fünften WWOOFing Familie (nach Nan&Mike, den Gladstone-Gallaghers, Sue, Keith und Tom, die eigentlich HelpX waren, die ich aber trotzdem zum WWOOFing zähle und meinem Coromandel-Erlebnis). Auf alle Fälle bin ich Donnerstag wieder weitergezogen, um zu WWOOFen. Zusammen mit Lena und Saskia bin ich von Picton los Richtung Nelson, dem geographischen Zentrum Neuseelands. In Nelson wurde ich am späten Nachmittag dann von Geoff (sprich Jeff) abgeholt, der dort nach einem Kurztrip nach Wellington mit dem Flugzeug landete. Ich muss zugeben, ich war etwas nervös, weil ich ja keine Ahnung hatte, wie oder überhaupt wer mich da erwartete und abholen wollte, nach einigen E-Mails und SMS hatte Geoff sich aber ganz nett angehört.
| Mein Haus :) |
Ich hatte einen älteren Mann vermutet
und damit sogar richtig gelegen. Mitten in Nelson hab ich mich
schnell von den Mädels verabschiedet, die auch neugierig waren wo es
für mich hingehen würde, und bin mit meinem Rucksack schnell in
Geoffs Auto gestiegen.
Auf der Fahrt nach Motueka, gut 45km
von Nelson, haben wir dann schonmal ein bisschen geplaudert und
Erfahrungen ausgetauscht und all sowas. Er wirkte echt nett und ich
hatte das Gefühl, wieder mal Glück mit meinem Wwoofing-Platz gehabt
zu haben!
Auf der Farm wurde ich dann von Geoffs
Frau Eren begrüßt, durfte meine Sachen in mein neues Zuhause
bringen – eine kleine Hütte auf dem Hof mit großem Bett und
Schrank – und Eren hat mich dann erstmal rumgeführt und mit mir
nach den Pferden geschaut.
| Teile der Apfelplantagen rundrum - und die Berge :) |
Die Gegend hier ist voller Orchards,
also Obstplantagen – Äpfelbäume, egal wohin ich schaue! Ist aber
ganz schön, weil jetzt alle anfangen zu blühen :) Das Haus von
Geoff und Eren ist auf einem Hügel gelegen und die Umgebung ist
einfach nur ein Traum! Man hat einen super Blick auf ein kleines
Gezeitenbecken und dahinter die Tasman Bay! In die andere Richtung
sieht man Hügel und Hügel und Hügel mit kleinen und großen
Plantagen und nicht allzu weit dahinter eine Bergkette. Und am
unteren Zipfel dieser Bergkette liegt der Abel Tasman National Park
:) Ich habs soweit also ziemlich gut getroffen, denke ich!
Auf dem Grundstück gibt’s eben ganz
viele Apfelbäume, grüne Wiesen mit Schafen, Pferde, ein Waldstück
mit Dressur-Reitplatz für die Pferde, noch mehr Apfelbäume, einen
Garten mit Hammerausblick, Gemüsebeete, eine Katze und Oscar, den
Hund :)
Donnerstagabend hab ich dann auch mal
wieder ein gutes neuseeländisches Abendessen bekommen –
Schweinefleisch, roasted Kartoffeln, Kumara und Kürbis mit Soße und
Apfelbrei. Ziemlich gut nach all den Nudeln und dem Toast der letzten
Wochen!
Nach dem Frühstück am Freitagmorgen
hatten die beiden Besuch von einem Herrn von der Bank, ich durfte
also ein bisschen vor mich hin arbeiten – Rindenmulch an der
Auffahrt verteilen und unter die Bäume und Büsche kehren. Ziemlich
gut :)
Samstagmorgen haben Geoff und ich einen
Elektrozaun um die Weide aufgebaut und die Rinder von einer auf die
andere Weide getrieben. Und ich bekam einen Mini-Crash-Course im
4-Wheeler-Fahren (also so ein Quad, was eigentlich jeder Farmer hier
hat …) bevor Geoff mir wie ganz selbstverständlich sagte, wo ich
denn jetzt als nächstes Hinfahren solle. Wiese hoch, Wiese runter,
zur Straße … teilweise extrem holprig, aber Spaß hat es auf alle
Fälle gemacht! :)
| Giant KIWI! <3 |
Unser Lunch hat sich dann weit in den
Nachmittag verschoben, weil Larry, ein komischer Kerl aus den
Staaten, vorbeigekommen ist und er, Geoff und ich einige Wiesen mit
einem speziellen Fischdünger-Whatever besprüht haben. Hat tierisch
gestunken und nach zwei Wiesen war es einfach nur unglaublich
langweilig. Und Larry hat mir eine Menge über Dünger und Mineralien
und Rafting erzählt … Naja :D Er war am Ende der Meinung, wenn ich
zurück nach Deutschland komme, werde ich auch Fischdünger
verkaufen. Ich hab ja jetzt Ahnung. Is klar.
Zum „Lunch“ am späten Nachmittag
gab's dann Würstchen, echt nicht schlecht.
Geoff meinte, wir hätten uns Sonntag
einen freien Tag verdient und würden vielleicht zum Markt nach
Motueka fahren – da gabs DEUTSCHE BRATWURST – traumhaft! Echt
gut, mal wieder was zu Essen, was bekannt schmeckt :) Und es gab noch
mehr Köstlichkeiten zu kaufen – Fleischsalat, Leberkäse, Rote
Wurst, … ziemlich ziemlich gut!
Unser Tag war auch übrigens doch nicht
ganz so frei – die Kühe haben ein Stück mehr Weide bekommen und
wir haben den Zaun verschoben. Naja, jetzt nicht unbedingt die
härteste Arbeit. Und den Großteil des Nachmittags hab ich dann in
der Sonne verbracht und gelesen, bevor Geoff mich mit zum Hafen
genommen hat und wir sein Boot gecheckt haben. Wenn ich mich gut
schlage, fahren wir demnächst irgendwann vielleicht mal raus,
vielleicht sogar zum Abel Tasman National Park :) Und vielleicht darf
ich fischen – we will see :)
| Ebbe :D |
Heute war meine Aufgabe dann
Macadamianüsse pflücken – teilweise etwas schmerzhaft, weil die
Blätter nicht ganz so soft waren, aber hey! Ein Baum ist jetzt
abgeerntet ;) Nach dem Lunch und Geoffs Suche nach Whitebait (kleine
Fische ;P) kam dann eine echte WWOOFing-Experience á la New Zealand.
Nachdem wir ein paar Schafe von ihrer Wiese in eine der Hütten
getrieben hatten, durfte ich Geoff zusehen (und ein bisschen helfen)
als er die Schafe geschert hat. Oh yes! Sah ziemlich anstrengend aus,
nicht ganz so einfach – aber ein paar der Schafe, die hier
rumrennen, sind jetzt bereit für den Sommer :)
Mein Nachmittag hat dann mit einem
weiteren Spaziergang über das Gelände geendet – ich bin noch
immer fasziniert davon, dass man sich nur umdrehen muss und man fühlt
sich entweder wie am Meer oder wie mitten in den Bergen.
Wunderschönes Fleckchen Erde :)
Und damit liebste Grüße vom Land,
Lena :)
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