Donnerstag, 10. Oktober 2013

WWOOFing 5.0

Vegetable Garden und das Haus
 
Jetzt wo ich drüber nachdenke schon unglaublich, aber ja, ich bin jetzt bei meiner fünften WWOOFing Familie (nach Nan&Mike, den Gladstone-Gallaghers, Sue, Keith und Tom, die eigentlich HelpX waren, die ich aber trotzdem zum WWOOFing zähle und meinem Coromandel-Erlebnis). Auf alle Fälle bin ich Donnerstag wieder weitergezogen, um zu WWOOFen. Zusammen mit Lena und Saskia bin ich von Picton los Richtung Nelson, dem geographischen Zentrum Neuseelands. In Nelson wurde ich am späten Nachmittag dann von Geoff (sprich Jeff) abgeholt, der dort nach einem Kurztrip nach Wellington mit dem Flugzeug landete. Ich muss zugeben, ich war etwas nervös, weil ich ja keine Ahnung hatte, wie oder überhaupt wer mich da erwartete und abholen wollte, nach einigen E-Mails und SMS hatte Geoff sich aber ganz nett angehört.
Mein Haus :)
Ich hatte einen älteren Mann vermutet und damit sogar richtig gelegen. Mitten in Nelson hab ich mich schnell von den Mädels verabschiedet, die auch neugierig waren wo es für mich hingehen würde, und bin mit meinem Rucksack schnell in Geoffs Auto gestiegen.
Auf der Fahrt nach Motueka, gut 45km von Nelson, haben wir dann schonmal ein bisschen geplaudert und Erfahrungen ausgetauscht und all sowas. Er wirkte echt nett und ich hatte das Gefühl, wieder mal Glück mit meinem Wwoofing-Platz gehabt zu haben!
Auf der Farm wurde ich dann von Geoffs Frau Eren begrüßt, durfte meine Sachen in mein neues Zuhause bringen – eine kleine Hütte auf dem Hof mit großem Bett und Schrank – und Eren hat mich dann erstmal rumgeführt und mit mir nach den Pferden geschaut.
Teile der Apfelplantagen rundrum - und die Berge :)
Die Gegend hier ist voller Orchards, also Obstplantagen – Äpfelbäume, egal wohin ich schaue! Ist aber ganz schön, weil jetzt alle anfangen zu blühen :) Das Haus von Geoff und Eren ist auf einem Hügel gelegen und die Umgebung ist einfach nur ein Traum! Man hat einen super Blick auf ein kleines Gezeitenbecken und dahinter die Tasman Bay! In die andere Richtung sieht man Hügel und Hügel und Hügel mit kleinen und großen Plantagen und nicht allzu weit dahinter eine Bergkette. Und am unteren Zipfel dieser Bergkette liegt der Abel Tasman National Park :) Ich habs soweit also ziemlich gut getroffen, denke ich!
Auf dem Grundstück gibt’s eben ganz viele Apfelbäume, grüne Wiesen mit Schafen, Pferde, ein Waldstück mit Dressur-Reitplatz für die Pferde, noch mehr Apfelbäume, einen Garten mit Hammerausblick, Gemüsebeete, eine Katze und Oscar, den Hund :)
Donnerstagabend hab ich dann auch mal wieder ein gutes neuseeländisches Abendessen bekommen – Schweinefleisch, roasted Kartoffeln, Kumara und Kürbis mit Soße und Apfelbrei. Ziemlich gut nach all den Nudeln und dem Toast der letzten Wochen!
Nach dem Frühstück am Freitagmorgen hatten die beiden Besuch von einem Herrn von der Bank, ich durfte also ein bisschen vor mich hin arbeiten – Rindenmulch an der Auffahrt verteilen und unter die Bäume und Büsche kehren. Ziemlich gut :)
Nach dem Lunch hab ich dann eine kleine Wanderung über das Grundstück gemacht, nochmal bei den Pferden geguckt, im Wald, bei den Bäumen und war auch unten am Wasser, wo der Highway nach Motueka führt. Das Wetter ist nämlich auch super geworden, nachdem es beim Frühstück noch bedeckt war! Eren hat mich dann noch mit zum Einkaufen genommen und mir Motueka ein bisschen gezeigt. Abends sind wir dann nochmal nach Motueka gefahren, weil Eren und Geoff Freitags immer „ausgehen“ und im Rotary Club dort ihre Bekannten treffen, Bier und Wein trinken und Abendessen. Da wurde ich also hin eingeladen und durfte einige Ortsansässige kennenlernen und mit ihnen plaudern. Und! - Kleinstadt/Dorfleben in Neuseeland ist genauso wie in Deutschland. Über irgendwen wird immer getratscht :D

Samstagmorgen haben Geoff und ich einen Elektrozaun um die Weide aufgebaut und die Rinder von einer auf die andere Weide getrieben. Und ich bekam einen Mini-Crash-Course im 4-Wheeler-Fahren (also so ein Quad, was eigentlich jeder Farmer hier hat …) bevor Geoff mir wie ganz selbstverständlich sagte, wo ich denn jetzt als nächstes Hinfahren solle. Wiese hoch, Wiese runter, zur Straße … teilweise extrem holprig, aber Spaß hat es auf alle Fälle gemacht! :)
Giant KIWI! <3
Unser Lunch hat sich dann weit in den Nachmittag verschoben, weil Larry, ein komischer Kerl aus den Staaten, vorbeigekommen ist und er, Geoff und ich einige Wiesen mit einem speziellen Fischdünger-Whatever besprüht haben. Hat tierisch gestunken und nach zwei Wiesen war es einfach nur unglaublich langweilig. Und Larry hat mir eine Menge über Dünger und Mineralien und Rafting erzählt … Naja :D Er war am Ende der Meinung, wenn ich zurück nach Deutschland komme, werde ich auch Fischdünger verkaufen. Ich hab ja jetzt Ahnung. Is klar.

Zum „Lunch“ am späten Nachmittag gab's dann Würstchen, echt nicht schlecht.
Geoff meinte, wir hätten uns Sonntag einen freien Tag verdient und würden vielleicht zum Markt nach Motueka fahren – da gabs DEUTSCHE BRATWURST – traumhaft! Echt gut, mal wieder was zu Essen, was bekannt schmeckt :) Und es gab noch mehr Köstlichkeiten zu kaufen – Fleischsalat, Leberkäse, Rote Wurst, … ziemlich ziemlich gut!
Unser Tag war auch übrigens doch nicht ganz so frei – die Kühe haben ein Stück mehr Weide bekommen und wir haben den Zaun verschoben. Naja, jetzt nicht unbedingt die härteste Arbeit. Und den Großteil des Nachmittags hab ich dann in der Sonne verbracht und gelesen, bevor Geoff mich mit zum Hafen genommen hat und wir sein Boot gecheckt haben. Wenn ich mich gut schlage, fahren wir demnächst irgendwann vielleicht mal raus, vielleicht sogar zum Abel Tasman National Park :) Und vielleicht darf ich fischen – we will see :)

Ebbe :D
Heute war meine Aufgabe dann Macadamianüsse pflücken – teilweise etwas schmerzhaft, weil die Blätter nicht ganz so soft waren, aber hey! Ein Baum ist jetzt abgeerntet ;) Nach dem Lunch und Geoffs Suche nach Whitebait (kleine Fische ;P) kam dann eine echte WWOOFing-Experience á la New Zealand. Nachdem wir ein paar Schafe von ihrer Wiese in eine der Hütten getrieben hatten, durfte ich Geoff zusehen (und ein bisschen helfen) als er die Schafe geschert hat. Oh yes! Sah ziemlich anstrengend aus, nicht ganz so einfach – aber ein paar der Schafe, die hier rumrennen, sind jetzt bereit für den Sommer :)
Mein Nachmittag hat dann mit einem weiteren Spaziergang über das Gelände geendet – ich bin noch immer fasziniert davon, dass man sich nur umdrehen muss und man fühlt sich entweder wie am Meer oder wie mitten in den Bergen. Wunderschönes Fleckchen Erde :)


Und damit liebste Grüße vom Land,
Lena :)






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