Donnerstag, 10. Oktober 2013

ROADTRIP :)

Letzte Woche Samstag haben Franzi, Lena und ich uns in Wellington ein Auto gemietet, um die Gegend mal auf eigene Faust und komplett unabhängig zu erkunden – eine der besten Ideen, die wir bis jetzt hatten!
Starting Point - Weta Caves :)
Weil wir ja alle noch keine 21 sind, mieteten wir unser Auto bei Jucy – und um zu Jucy zu kommen, mussten wir Samstagvormittag mit all unseren Sachen nach Miramar, einer Halbinsel östlich des Zentrums, fahren. Da in der Gegend ist auch der Flughafen, aber anstatt die Autovermietung da anzusiedeln, oder irgendwo zentral und gut erreichbar, nein, gut versteckt irgendwo oben auf 'nem Hügel. Da der Busfahrer genauso wenig Ahnung hatte wie wir, kam uns gottseidank ein einheimischer Opi zur Hilfe, der prompt an der Bushaltestelle in Miramar mit uns ausstieg, sein Auto holte und uns freundlicherweise zur Autovermietung fuhr – so gut!
Die Leute bei Jucy waren dann etwas gestresst, weil ein bisschen viel los war, und wir waren doch etwas erstaunt, dass wir nur zwei Zettel unterschreiben mussten und der Kerl dann meinte „Okay, hier ist der Schlüssel. Der kleine Silberne da auf dem Hof.“
Und das wars.
Ooookay. Gut :D
Also haben wir unser bestes gegeben, all unsere Sachen im Auto zu verstauen – bei all dem Essen und den Rucksäcken nicht ganz so einfach … - und waren so erfolgreich, dass wir drei gerade noch so hineingepasst haben. Oh yeah :)
Lena hat sich dann todesmutig als erste von uns hinters Steuer getraut und uns von Jucy zu den Weta Caves (auch in Miramar) gefahren – und traumhaftschön eingeparkt <3
Weta? Ja, zum einen ist das ein ziemlich ekeliges und seltsames Insekt, aber das hier in Wellington, das sind weltberühmte Künstler. Die Leute bei Weta haben nämlich Kostüme und Special Effects für ein paar der besten Filme überhaupt gemacht. Allen voran natürlich Herr der Ringe – in die Trolle vorm Eingang haben wir uns sofort verliebt! In dem Mini-Museum gabs dann doch allerhand interessantes zu sehen und zu lernen und einen tollen kleine Behind-the-Scence-Film. Der hat uns gezeigt, dass die Weta-Leute nicht nur Hobbitfüße und Riesentrolle bauen, sondern auch Programme für Massenszenen entwickelt haben und für die Welt von Avatar verantwortlich sind. Echt krass, was die so hinbekommen haben.
<3

Nach den Weta Caves ging es dann weiter. Um unser Nachmittagsziel, die Kapiti Coast, zu erreichen, mussten wir diiiiirekt durch das Zentrum von Wellington. Oh, Freude! Aber Lena hat sich gut geschlagen und ich hab auf dem Beifahrersitz fleißig Navigationssystem gespielt – ziemlich erfolgreich! Auf dem Highway haben wir dann etwas entspannt und unsere Freiheit genossen, bevor wir in Plimmerton schon wieder von der großen Straße runter sind um einzukaufen. Wir hatten ja noch nicht genug Essen. Und wir brauchten Kuchen für den nächsten Tag!
Nach dem Shoppingtrip durfte ich dann ran. Gott, war das am Anfang seltsam! Nach gut zwei Monaten ohne Auto und dann auch noch ALLES auf der falschen Seite. Am schlimmsten war wirklich die Schaltung – ich hab am Anfang immer erstmal zum Fenster gegriffen … - aber auch Scheibenwischer und Blinker waren vertauscht .. Man hat sich dran gewöhnt und bald kam ich auf Plimmertons Straßen gut klar. Und ich wollte unbedingt einen Abstecher zum Strand machen um einen weiteren, entspannteren Blick auf Mana Island zu werfen (nicht so wie aus dem Bus eine Woche vorher). Und so standen wir kurz darauf am Strand, im Wind, mal wieder Surfer in der Brandung – und Hope Island direkt vor uns :) [Sorry, Lea, aber Bray war wieder nicht da. Ich hab noch nichtmal sein Skateboard gefunden …]
Auf unserer weiten Tour die Küste hoch Richtung Norden hielten wir mal hier, mal dort an, wo es uns gefiel und nett aussah. Direkt am Meer, oben auf einem Aussichtspunkt in den Bergen, Lena und ich waren sogar so todesmutig, dass wir uns in die eiskalten Fluten der Tasman Sea gewagt haben – unglaublich gutes Gefühl!
Nach einer nervenaufreibenden und kurvigen Fahrt durch die Berge zwischen Paraparaumu und Upper Hutt (dunkel, einbahnstraßenmaessig, auf der einen Seite der Berg, auf der anderen der Abgrund) erreichten wir dann iiiirgendwann im stockdunkeln den Kaitoke Forest Park, wo wir campen wollten. Wollten. Die Schranke war nämlich unten und das Schild sagte uns, die würde erst morgen früh um acht wieder aufgehen. Und der Ranger war auch nicht da. Toll, danke.
Nach ein paar verzweifelten Minuten und einem Spaziergang Richtung Campingplatz im Dunkeln, haben wir dann gedreht, am Haus vorne an der Straße geklopft und gefragt, ob wir vielleicht auf dem Feldweg am Grundstück parken und im Auto schlafen dürften. Joa, kein Problem.
Und so haben wir es uns dann gemütlich gemacht für unsere erste Roadtripnacht. Und Abendbrot hatten wir auch. Toastbrot und so.

Nachdem in Neuseeland in der Nacht die Uhren auf Sommerzeit umgestellt worden waren, stellten wir am nächsten Morgen fest, dass es schon nach neun war, als wir wach wurden. Und um Franzis Geburtstag mit einem angemessenen Frühstück zu feiern, haben wir Riki aus dem Feldweg befreit und sind zurück zum Campingplatz gefahren. Diesmal war die Schranke oben, wir konnten unsere Wasserflaschen auffüllen und uns Waschen, bevor wir zu einem weiteren Parkplatz im Park gefahren sind und irgendwo im Busch gefrühstückt haben. Mit Schokokuchen – gesungen hatten wir schon zum Aufwecken :)

Von unserem Parkplatz aus machten wir uns dann auf die dort ausgeschilderte 30 Minuten Buschwanderung. Wir hatten vorher schon gelesen, dass es hier eine Hängebrücke geben sollte und Szenen für Bruchtal aus den Herr der Ringe Filmen hier gedreht wurden. Das waren also unsere Ziele. Nachdem wir schon fast dachten, unser Bushwalk hätte kein wirkliches Ziel, kamen wir zu einer Brücke und einem weiteren Parkplatz – und erreichten sowohl Bruchtal (Rivendell) als auch die Hängebrücke, was uns alle ziemlich glücklich machte :))

Tasman Sea - Check!
Von Kaitoke aus machten wir uns über die Berge der Tararua Range (oder Rimutaka?! :D) in ein Gebiet namens Wairarapa. Wairarapa ist bekannt für seine Weine und deshalb dachten wir, gucken wir uns Martinsborough, eins DER Weinziele der Nordinsel, mal an. Ein paar Kilometer vor Martinsborough haben die deutschen Mädels dann an einem Aussichtspunkt angehalten und sind einstimmig zu der Frage gekommen: „Okay, wo bauen die ihren Wein an?!“ Alles was wir sehen konnten waren grüne Wiesen mit Kühen. Von Weinreben oder geschweige denn Weinbergen keine Spur. Kurz vor Martinsborough haben wir dann aber doch ein paar kleine Weingüter entdeckt. Naja. Erwartet hatten wir mehr. Und weil in Martinsborough auch irgendwie nichts los war, sind wir gleich weiter Richtung Südküste, wo wir uns Lake Ferry angeschaut und den Meerblick genossen haben, einen Spaziergang am Strand und Richtung Putangirua Pinnacles gemacht haben (Steinformationen) und nach einzigartiger Landschaft und totaler Einsamkeit das Cape Palliser mit seinem Leuchtturm und den Seelöwenkolonien erreicht haben. Unglaublich schön und man! Was ein Gefühl von Freiheit! Auch wenn das Wetter kein Traum war, die Fahrt an die Südspitze der Nordinsel war alle Mühen wert! :)

Unser Campingplatz für diese Nacht war im kleinen Ort Ngawi, nicht weit vom Südkap, zu finden – direkt am Meer, einfach auf 'ner Wiese. Toiletten waren über die Straße im Anbau der Feuerwehr. Why not. Gegessen haben wir auf der Parkbank direkt neben Riki. Der erhoffte Sonnenuntergang blieb leider aufgrund von Wolken aus, aber wir wurden dafür spontan von unseren „Nachbarn“ aus dem Wohnwagen nebenan (die einzigen anderen, die hier zu finden waren) auf einen Kaffee zu sich eingeladen. Shawn und Anthony. Letzterer ist Fischer an der Küste vor Ngawi. Und die beiden (die schon dachten, wir hätten 'ne Panne, weil wir kein Zelt oder irgendwas hatten ...) haben nett mit uns geplaudert, übers Reisen, über Neuseeland, dies und das. That's Life!

Nachdem wir halb erfroren aber mit Meerblick (fünf Meter vor uns) aufgewacht waren und alles soweit gepackt und organisiert hatten, machten wir uns auf die Rückfahrt vom, wie es wirkte, Ende der Welt zurück in die Hauptstadt des Landes. An der Küste entlang, durch Wairarapa, über die Berge und zurück über den Motorway zum Fähren-Terminal, wo ich bereitwillig mit allen Taschen und Rucksäcken ausstieg und auf alles aufpasste, während die anderen beiden das Auto zurück nach Wairarapa brachten, Lenas Kamera kauften und Essen besorgten – TAUSEND DANK nochmal für die Pizza, die war ein Traum!
Und so verließen wir die kalte und verregnete Nordinsel und meine Reise in den Süden ging weiter … :)

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