| Starting Point - Weta Caves :) |
Weil wir ja alle noch keine 21 sind,
mieteten wir unser Auto bei Jucy – und um zu Jucy zu kommen,
mussten wir Samstagvormittag mit all unseren Sachen nach Miramar,
einer Halbinsel östlich des Zentrums, fahren. Da in der Gegend ist
auch der Flughafen, aber anstatt die Autovermietung da anzusiedeln,
oder irgendwo zentral und gut erreichbar, nein, gut versteckt
irgendwo oben auf 'nem Hügel. Da der Busfahrer genauso wenig Ahnung
hatte wie wir, kam uns gottseidank ein einheimischer Opi zur Hilfe,
der prompt an der Bushaltestelle in Miramar mit uns ausstieg, sein
Auto holte und uns freundlicherweise zur Autovermietung fuhr – so
gut!
Die Leute bei Jucy waren dann etwas
gestresst, weil ein bisschen viel los war, und wir waren doch etwas
erstaunt, dass wir nur zwei Zettel unterschreiben mussten und der
Kerl dann meinte „Okay, hier ist der Schlüssel. Der kleine
Silberne da auf dem Hof.“
Und das wars.
Ooookay. Gut :D
Ooookay. Gut :D
Also haben wir unser bestes gegeben,
all unsere Sachen im Auto zu verstauen – bei all dem Essen und den
Rucksäcken nicht ganz so einfach … - und waren so erfolgreich,
dass wir drei gerade noch so hineingepasst haben. Oh yeah :)
Lena hat sich dann todesmutig als erste
von uns hinters Steuer getraut und uns von Jucy zu den Weta Caves
(auch in Miramar) gefahren – und traumhaftschön eingeparkt <3
Weta? Ja, zum einen ist das ein
ziemlich ekeliges und seltsames Insekt, aber das hier in Wellington,
das sind weltberühmte Künstler. Die Leute bei Weta haben nämlich
Kostüme und Special Effects für ein paar der besten Filme überhaupt
gemacht. Allen voran natürlich Herr der Ringe – in die Trolle
vorm Eingang haben wir uns sofort verliebt! In dem Mini-Museum gabs
dann doch allerhand interessantes zu sehen und zu lernen und einen
tollen kleine Behind-the-Scence-Film. Der hat uns gezeigt, dass die
Weta-Leute nicht nur Hobbitfüße und Riesentrolle bauen, sondern
auch Programme für Massenszenen entwickelt haben und für die Welt
von Avatar verantwortlich sind. Echt krass, was die so hinbekommen
haben.
| <3 |
Nach den Weta Caves ging es dann
weiter. Um unser Nachmittagsziel, die Kapiti Coast, zu erreichen,
mussten wir diiiiirekt durch das Zentrum von Wellington. Oh, Freude!
Aber Lena hat sich gut geschlagen und ich hab auf dem Beifahrersitz
fleißig Navigationssystem gespielt – ziemlich erfolgreich! Auf dem
Highway haben wir dann etwas entspannt und unsere Freiheit genossen,
bevor wir in Plimmerton schon wieder von der großen Straße runter
sind um einzukaufen. Wir hatten ja noch nicht genug Essen. Und wir
brauchten Kuchen für den nächsten Tag!
Nach dem Shoppingtrip durfte ich dann
ran. Gott, war das am Anfang seltsam! Nach gut zwei Monaten ohne Auto
und dann auch noch ALLES auf der falschen Seite. Am schlimmsten war
wirklich die Schaltung – ich hab am Anfang immer erstmal zum
Fenster gegriffen … - aber auch Scheibenwischer und Blinker waren
vertauscht .. Man hat sich dran gewöhnt und bald kam ich auf
Plimmertons Straßen gut klar. Und ich wollte unbedingt einen
Abstecher zum Strand machen um einen weiteren, entspannteren Blick
auf Mana Island zu werfen (nicht so wie aus dem Bus eine Woche
vorher). Und so standen wir kurz darauf am Strand, im Wind, mal
wieder Surfer in der Brandung – und Hope Island direkt vor uns :)
[Sorry, Lea, aber Bray war wieder nicht da. Ich hab noch nichtmal
sein Skateboard gefunden …]
Auf unserer weiten Tour die Küste hoch
Richtung Norden hielten wir mal hier, mal dort an, wo es uns gefiel
und nett aussah. Direkt am Meer, oben auf einem Aussichtspunkt in den
Bergen, Lena und ich waren sogar so todesmutig, dass wir uns in die
eiskalten Fluten der Tasman Sea gewagt haben – unglaublich gutes
Gefühl!
Nach einer nervenaufreibenden und
kurvigen Fahrt durch die Berge zwischen Paraparaumu und Upper Hutt
(dunkel, einbahnstraßenmaessig, auf der einen Seite der Berg, auf
der anderen der Abgrund) erreichten wir dann iiiirgendwann im
stockdunkeln den Kaitoke Forest Park, wo wir campen wollten. Wollten.
Die Schranke war nämlich unten und das Schild sagte uns, die würde
erst morgen früh um acht wieder aufgehen. Und der Ranger war auch
nicht da. Toll, danke.
Nach ein paar verzweifelten Minuten und
einem Spaziergang Richtung Campingplatz im Dunkeln, haben wir dann
gedreht, am Haus vorne an der Straße geklopft und gefragt, ob wir
vielleicht auf dem Feldweg am Grundstück parken und im Auto schlafen
dürften. Joa, kein Problem.
Und so haben wir es uns dann gemütlich
gemacht für unsere erste Roadtripnacht. Und Abendbrot hatten wir
auch. Toastbrot und so.
Nachdem in Neuseeland in der Nacht die
Uhren auf Sommerzeit umgestellt worden waren, stellten wir am
nächsten Morgen fest, dass es schon nach neun war, als wir wach
wurden. Und um Franzis Geburtstag mit einem angemessenen Frühstück
zu feiern, haben wir Riki aus dem Feldweg befreit und sind zurück
zum Campingplatz gefahren. Diesmal war die Schranke oben, wir konnten
unsere Wasserflaschen auffüllen und uns Waschen, bevor wir zu einem
weiteren Parkplatz im Park gefahren sind und irgendwo im Busch
gefrühstückt haben. Mit Schokokuchen – gesungen hatten wir schon
zum Aufwecken :)
Von unserem Parkplatz aus machten wir
uns dann auf die dort ausgeschilderte 30 Minuten Buschwanderung. Wir
hatten vorher schon gelesen, dass es hier eine Hängebrücke geben
sollte und Szenen für Bruchtal aus den Herr der Ringe Filmen hier
gedreht wurden. Das waren also unsere Ziele. Nachdem wir schon fast
dachten, unser Bushwalk hätte kein wirkliches Ziel, kamen wir zu
einer Brücke und einem weiteren Parkplatz – und erreichten sowohl
Bruchtal (Rivendell) als auch die Hängebrücke, was uns alle
ziemlich glücklich machte :))
| Tasman Sea - Check! |
Von Kaitoke aus machten wir uns über
die Berge der Tararua Range (oder Rimutaka?! :D) in ein Gebiet namens
Wairarapa. Wairarapa ist bekannt für seine Weine und deshalb dachten
wir, gucken wir uns Martinsborough, eins DER Weinziele der Nordinsel,
mal an. Ein paar Kilometer vor Martinsborough haben die deutschen
Mädels dann an einem Aussichtspunkt angehalten und sind einstimmig
zu der Frage gekommen: „Okay, wo bauen die ihren Wein an?!“ Alles
was wir sehen konnten waren grüne Wiesen mit Kühen. Von Weinreben
oder geschweige denn Weinbergen keine Spur. Kurz vor Martinsborough
haben wir dann aber doch ein paar kleine Weingüter entdeckt. Naja.
Erwartet hatten wir mehr. Und weil in Martinsborough auch irgendwie
nichts los war, sind wir gleich weiter Richtung Südküste, wo wir
uns Lake Ferry angeschaut und den Meerblick genossen haben, einen
Spaziergang am Strand und Richtung Putangirua Pinnacles gemacht haben
(Steinformationen) und nach einzigartiger Landschaft und totaler
Einsamkeit das Cape Palliser mit seinem Leuchtturm und den
Seelöwenkolonien erreicht haben. Unglaublich schön und man! Was ein
Gefühl von Freiheit! Auch wenn das Wetter kein Traum war, die Fahrt
an die Südspitze der Nordinsel war alle Mühen wert! :)
Unser Campingplatz für diese Nacht war
im kleinen Ort Ngawi, nicht weit vom Südkap, zu finden – direkt am
Meer, einfach auf 'ner Wiese. Toiletten waren über die Straße im
Anbau der Feuerwehr. Why not. Gegessen haben wir auf der Parkbank
direkt neben Riki. Der erhoffte Sonnenuntergang blieb leider aufgrund
von Wolken aus, aber wir wurden dafür spontan von unseren „Nachbarn“
aus dem Wohnwagen nebenan (die einzigen anderen, die hier zu finden
waren) auf einen Kaffee zu sich eingeladen. Shawn und Anthony.
Letzterer ist Fischer an der Küste vor Ngawi. Und die beiden (die
schon dachten, wir hätten 'ne Panne, weil wir kein Zelt oder
irgendwas hatten ...) haben nett mit uns geplaudert, übers Reisen,
über Neuseeland, dies und das. That's Life!
Nachdem wir halb erfroren aber mit
Meerblick (fünf Meter vor uns) aufgewacht waren und alles soweit
gepackt und organisiert hatten, machten wir uns auf die Rückfahrt
vom, wie es wirkte, Ende der Welt zurück in die Hauptstadt des
Landes. An der Küste entlang, durch Wairarapa, über die Berge und
zurück über den Motorway zum Fähren-Terminal, wo ich bereitwillig
mit allen Taschen und Rucksäcken ausstieg und auf alles aufpasste,
während die anderen beiden das Auto zurück nach Wairarapa brachten,
Lenas Kamera kauften und Essen besorgten – TAUSEND DANK nochmal für
die Pizza, die war ein Traum!
Und so verließen wir die kalte und
verregnete Nordinsel und meine Reise in den Süden ging weiter … :)
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