Montag, 5. August 2013

Welcome to the Shire

Nach den ersten anstrengenden und überwältigenden Tagen in Auckland sind Lena (die andere AIFS Work&Travellerin) und ich am Samstagmorgen direkt am Skytower in Auckland in eine Bus Richtung Northland gestiegen. Freitag hatten wir halbverzweifelt eine Menge E-Mails an WWOOFing-Hosts geschrieben, einer Farmerin aus Kaikohe zugesagt und Busplätze für den nächsten Morgen gebucht.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich keine Ahnung hatte, wo wir da jetzt genau landen und auf der letzten Strecke wirklich dachte: „Oh Gott ...“

Um 7.45 Uhr ging wie gesagt unser Bus. Wir ließen die City schnell hinter uns und waren auch schnell am ersten Strand – traumhafte Aussichten! Auf unserer Fahrt Richtung Kawakawa (ja, das heißt wirklich so, hier in der Nähe ist auch noch Kerikeri – langsam komm ich mit den Namen klar :D) bekamen wir dann wirklich zu sehen, was wir uns von Neuseeland erhofft hatten – unglaublich schöne Landschaften auf so engem Raum! Am Strand in der Nähe von Auckland sahen wir die ersten Surfer in der frühmorgendlichen Winterbrandung, ein paar Kilometer weiter fuhren wir durch eine Art Regenwald mit Palmen und allem und kurze Zeit später waren wir inmitten grüner Hügel.

Nach gut vier Stunden und einer Kaffeepause mitten im Nirgendwo erreichten wir bei grauem Winterwetter Kawakawa (wohl berühmt für die Toiletten die Hundertwasser da gebaut hat) und stiegen dort von unserem Reisebus in einen kleinen Bus mit Anhänger für unsere Rucksäcke um. Da waren wir dann noch ganze drei Personen plus Busfahrer. Von Kawakawa gings dann noch gut 20 Minuten weiter ins Landesinnere nach Kaikohe. Wieder irgendwo mitten in der Pampa, zumindest sollte es den Schildern nach zu urteilen ein McDonalds da geben. Naja. Kaikohe sah erst nach einer Stadt mit einer einzigen Straße aus, ist aber wohl doch ein bisschen größer.
Am örtlichen Baumarkt erreichten wir dann unser Ziel und warteten auf Nancy (wir waren etwas zu früh).
Kurze Zeit später (ja, wir hatten schon Angst nie wieder aus Kaikohe wegzukommen) kam Nancy dann an, gefahren von ihrer Freundin Meg, da sie vor ein paar Wochen eine OP am Fuß hatte und nicht gut laufen kann. Beide begrüßten uns sehr herzlich und freundlich :)

Von Kaikohe ging es dann zu Nancys Farm, oder viel eher erstmal in die Richtung ihrer Farm; raus aus der „Stadt“ und aufs richtige Land. Wir kamen an einem See vorbei und an einem ziemlich schönen Hügel und wir sagten ihr, „Woow, die Landschaft ist echt schön!“ - „Oh, wisst ihr, das ist mein Berg!“ Und wir waren nur „Waaaaaas!“ :D Auf der anderen Seite des Hügels und von oben wurdes aber noch schöner :)



Aber vorher besuchten wir noch Nans Mutter, die uns Fischsuppe kochte und wir aßen mit ihr und den beiden anderen und ihrer Freundin Jacky, die grade Urlaub hier macht, weil sie den Winter so vermisst und unbedingt vorm Kamin sitzten will (Sie lebt normalerweise auf den Fijis, also schon verständlich :D).
Mutig wie ich bin, probierte ich zum Toast auch gleich mal Vegemite unter Anleitung der neuseeländischen Damen. Ganz dünn aufs Toast schmieren und erstmal nicht zu viel. Schmeckt extreeeem salzig, aber war okay. Zum Frühstück bräuchte ich es jetzt aber nicht unbedingt ständig …

Als wir dann nach dem Essen Nans Farm erreichten waren wir wirklich positiv überrascht! Auf dem Weg hatten wir viele Häuser gesehen und uns gedacht – da können wir hin; so ein Haus bitte, bitte nicht! Aber Nans Farm ist ein Traum! Das Haus hat sie selber mit entworfen, große Fenster, wir haben eigene Zimmer oben und ein eigenes Bad – und die Landschaft ist ein Traum! Wir sind zwar mitten in der Pampa, aber das ist wirklich in Ordnung :)

Nachdem wir unsere Taschen hochgebracht und uns kurz orientiert hatten, machten wir uns auf zu unserer ersten Begehung des Geländes – Nancys Farm besteht nicht nur aus dem Hof, sondern eben auch aus ihrem Berg (wo die Schafe und Lämmer sind), den Wiesen für die Kühe, Pferde, einem sumpfigen Gebiet und saftigen grünen Wiesen!
Der Ausblick von ihrem Berg war den steilen harten Anstieg wirklich wert! Wir konnten Nans ganzes Gelände überblicken, den See, die grünen Hügel überall herum, sogar das Meer in der Nähe der Bay of Islands konnten wir erkennen, auch wenn das Wetter leider nicht ganz so perfekt war. Bei besserem Wetter werden wir auf alle Fälle nochmal hochsteigen :)

Zurück im Haus machten wir uns dran unsere Zimmer und das Bad oben sauber zu machen und zu putzen, damit wir es schön gemütlich und sauber hatten (Nan ist eher so ein bisschen chaotisch und war wegen ihrem Fuß auch schon mehrere Monate nicht oben).
Belohnt wurden wir dafür mit einem unglaublich guten Abendessen von Mike – den würden wir am liebsten auf unserer ganzen weiteren Reise als Koch mitnehmen! Das Essen hier ist wirklich der Hammer! Wir sind jetzt den dritten Tag bei den beiden und es ist wirklich unglaublich schön :)
Wie es uns vorkommt mussten wir noch nicht wirklich arbeiten. Wir haben, wie gesagt, geputzt, unsere Wäsche gewaschen, gestern unten geputzt und aufgeräumt, weil wir Nachbarn zum Kaffee zu besuchen hatten, wir haben die Pferde gestriegelt (die Fohlen sind extrem süß) und mit dem Kalb gespielt (jetzt 4 oder 5 Tage alt und noch hundertmal süßer als die Fohlen!) :)
Ihr braucht euch also keine Sorgen zu machen, hier ist alles perfekt! Heute scheint sogar die Sonne, was die Gegend noch schöner macht! Nachdem Lena und ich heute Morgen hier in der Sonne Grapefruits ausgepresst und danach noch weitere Erkundungen auf Nans Land unternommen haben, will sie wohl gleich mit uns nach Kerikeri fahren :)
Die Nachbarn von gestern, Delwyn und Trevor, meinte auch schon, sie würden mal 'ne Runde mit uns an die Westküste fahren und Nancy meinte auch schon, sie würden uns mal einen Tag nach Waitangi an die Bay of Islands bringen, damit wir uns da alles angucken können. Besser hätte es uns also wirklich kaum treffen können für die erste Zeit :)

Herzallerliebste Grüße aus dem Auenland,
Lena
xx

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen