Ich muss ehrlich sagen, dass ich keine
Ahnung hatte, wo wir da jetzt genau landen und auf der letzten
Strecke wirklich dachte: „Oh Gott ...“
Um 7.45 Uhr ging wie gesagt unser Bus.
Wir ließen die City schnell hinter uns und waren auch schnell am
ersten Strand – traumhafte Aussichten! Auf unserer Fahrt Richtung
Kawakawa (ja, das heißt wirklich so, hier in der Nähe ist auch noch
Kerikeri – langsam komm ich mit den Namen klar :D) bekamen wir dann
wirklich zu sehen, was wir uns von Neuseeland erhofft hatten –
unglaublich schöne Landschaften auf so engem Raum! Am Strand in der
Nähe von Auckland sahen wir die ersten Surfer in der
frühmorgendlichen Winterbrandung, ein paar Kilometer weiter fuhren
wir durch eine Art Regenwald mit Palmen und allem und kurze Zeit
später waren wir inmitten grüner Hügel.
Nach gut vier Stunden und einer
Kaffeepause mitten im Nirgendwo erreichten wir bei grauem
Winterwetter Kawakawa (wohl berühmt für die Toiletten die
Hundertwasser da gebaut hat) und stiegen dort von unserem Reisebus in
einen kleinen Bus mit Anhänger für unsere Rucksäcke um. Da waren
wir dann noch ganze drei Personen plus Busfahrer. Von Kawakawa gings
dann noch gut 20 Minuten weiter ins Landesinnere nach Kaikohe. Wieder
irgendwo mitten in der Pampa, zumindest sollte es den Schildern nach
zu urteilen ein McDonalds da geben. Naja. Kaikohe sah erst nach einer
Stadt mit einer einzigen Straße aus, ist aber wohl doch ein bisschen
größer.
Am örtlichen Baumarkt erreichten wir
dann unser Ziel und warteten auf Nancy (wir waren etwas zu früh).
Kurze Zeit später (ja, wir hatten
schon Angst nie wieder aus Kaikohe wegzukommen) kam Nancy dann an,
gefahren von ihrer Freundin Meg, da sie vor ein paar Wochen eine OP
am Fuß hatte und nicht gut laufen kann. Beide begrüßten uns sehr
herzlich und freundlich :)
Von Kaikohe ging es dann zu Nancys
Farm, oder viel eher erstmal in die Richtung ihrer Farm; raus aus der
„Stadt“ und aufs richtige Land. Wir kamen an einem See vorbei und
an einem ziemlich schönen Hügel und wir sagten ihr, „Woow, die
Landschaft ist echt schön!“ - „Oh, wisst ihr, das ist mein
Berg!“ Und wir waren nur „Waaaaaas!“ :D Auf der anderen Seite
des Hügels und von oben wurdes aber noch schöner :)
Aber vorher besuchten wir noch Nans
Mutter, die uns Fischsuppe kochte und wir aßen mit ihr und den
beiden anderen und ihrer Freundin Jacky, die grade Urlaub hier macht,
weil sie den Winter so vermisst und unbedingt vorm Kamin sitzten will
(Sie lebt normalerweise auf den Fijis, also schon verständlich :D).
Mutig wie ich bin, probierte ich zum
Toast auch gleich mal Vegemite unter Anleitung der neuseeländischen
Damen. Ganz dünn aufs Toast schmieren und erstmal nicht zu viel.
Schmeckt extreeeem salzig, aber war okay. Zum Frühstück bräuchte
ich es jetzt aber nicht unbedingt ständig …
Als wir dann nach dem Essen Nans Farm
erreichten waren wir wirklich positiv überrascht! Auf dem Weg hatten
wir viele Häuser gesehen und uns gedacht – da können wir hin; so
ein Haus bitte, bitte nicht! Aber Nans Farm ist ein Traum! Das Haus
hat sie selber mit entworfen, große Fenster, wir haben eigene Zimmer
oben und ein eigenes Bad – und die Landschaft ist ein Traum! Wir
sind zwar mitten in der Pampa, aber das ist wirklich in Ordnung :)
Nachdem wir unsere Taschen hochgebracht
und uns kurz orientiert hatten, machten wir uns auf zu unserer ersten
Begehung des Geländes – Nancys Farm besteht nicht nur aus dem Hof,
sondern eben auch aus ihrem Berg (wo die Schafe und Lämmer sind),
den Wiesen für die Kühe, Pferde, einem sumpfigen Gebiet und
saftigen grünen Wiesen!
Der Ausblick von ihrem Berg war den
steilen harten Anstieg wirklich wert! Wir konnten Nans ganzes Gelände
überblicken, den See, die grünen Hügel überall herum, sogar das
Meer in der Nähe der Bay of Islands konnten wir erkennen, auch wenn
das Wetter leider nicht ganz so perfekt war. Bei besserem Wetter
werden wir auf alle Fälle nochmal hochsteigen :)
Zurück im Haus machten wir uns dran
unsere Zimmer und das Bad oben sauber zu machen und zu putzen, damit
wir es schön gemütlich und sauber hatten (Nan ist eher so ein
bisschen chaotisch und war wegen ihrem Fuß auch schon mehrere Monate
nicht oben).
Belohnt wurden wir dafür mit einem
unglaublich guten Abendessen von Mike – den würden wir am liebsten
auf unserer ganzen weiteren Reise als Koch mitnehmen! Das Essen hier
ist wirklich der Hammer! Wir sind jetzt den dritten Tag bei den
beiden und es ist wirklich unglaublich schön :)
Wie es uns vorkommt mussten wir noch
nicht wirklich arbeiten. Wir haben, wie gesagt, geputzt, unsere
Wäsche gewaschen, gestern unten geputzt und aufgeräumt, weil wir
Nachbarn zum Kaffee zu besuchen hatten, wir haben die Pferde
gestriegelt (die Fohlen sind extrem süß) und mit dem Kalb gespielt
(jetzt 4 oder 5 Tage alt und noch hundertmal süßer als die Fohlen!)
:)
Ihr braucht euch also keine Sorgen zu
machen, hier ist alles perfekt! Heute scheint sogar die Sonne, was
die Gegend noch schöner macht! Nachdem Lena und ich heute Morgen
hier in der Sonne Grapefruits ausgepresst und danach noch weitere
Erkundungen auf Nans Land unternommen haben, will sie wohl gleich mit
uns nach Kerikeri fahren :)
Die Nachbarn von gestern, Delwyn und
Trevor, meinte auch schon, sie würden mal 'ne Runde mit uns an die
Westküste fahren und Nancy meinte auch schon, sie würden uns mal
einen Tag nach Waitangi an die Bay of Islands bringen, damit wir uns
da alles angucken können. Besser hätte es uns also wirklich kaum
treffen können für die erste Zeit :)
Herzallerliebste Grüße aus dem
Auenland,
Lena
xx

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