Montag, 10. Februar 2014

The Kiwi Experience

Mittwoch hatte ich mal wieder eine dieser wundervollen Erfahrungen. Einmalig und wahrscheinlich unvergesslich. Nachdem ich dem Wetterbericht zur Abwechslung mal vertraut und den halben Tag verschlafen habe, bin ich gegen Mittag aufgestanden und fand anstatt des Starkregens der angesagt war einen wundervollen Sommertag vor meinem Fenster.
Kiwi! Mal ein bisschen einen auf Touri machen,
direkt vorm FourSquare (Glacier Motors ist
meine Tankstelle :))
Nach einem Frühstück in der Sonne, hab ich mich mal meiner weiteren Reiseplanung gewidmet und gelesen, bevor Krystal mich um kurz vor drei abgeholt hat.
Krystal arbeitet hier in Franz für das Department of Conversation (DoC) und kümmert sich um die Kiwis. Und sie hat mich liebenswerterweise mal ein bisschen mitgenommen.
Also, ja! Ich hab nach über einem halben Jahr im Land eeeeendlich Kiwis sehen dürfen. Und dann auch noch die süßesten und besten überhaupt – Rowi, the rarest of them all.
Der Rowi wohnt hier in der Nähe im Okarito Forest (yes, da wo ich Kayaken war!) und ist der seltenste und bedrohteste Kiwi überhaupt. Und weil man sich deshalb ja besonders viel Mühe geben sollte, kümmert sich hier in der Franz Area eine ganze Crew um die Kleinen.
Da werden Eier im Wald gesucht, im Westcoast Wildlife Centre ausgebrütet und die kleinen Chicks bestens versorgt und beobachtet, bevor sie aus ihren Brutkästen raus aufs Land dürfen. Zwei Rowis haben wir heute auf diese Reise geschickt.
Zuerst waren wir im Wildlife Centre und mussten warten, bis eine Tourgruppe genug kleine Kiwis gesehen und alles erklärt bekommen hatte, bevor wir selbst runter in den Keller des Gebäudes sind (auf Socken, weil wegen steril und sicher und so). Im Keller fanden wir dann die Brutkästen, einen Haufen Tafeln mit allen Namen und Infos der Kleinen, eine Küche, Arbeitspläne – was man von so einer Kiwiaufzuchtstation (oder whatever) eben erwartet.
Zwei weitere Mitarbeiterinnen aus dem Wildlife Centre machten dann noch Abschiedsfotos von ihren zwei kleinen Chicks und Sonny und Tiptoe wurden in eine kleine, gepolsterte Box verfrachtet. Oh mein Gott, ich weiß ja, dass ich für so kleine Tierchen extrem anfällig bin, aber diese beiden Federknäule waren ja sowas von unglaublich süß! Ich wollte sie unbedingt mit nach Hause nehmen! Ich möchte gerne einen Kiwi haben, bitte! Schreibt das auf die Weihnachtsliste für Dezember! :)
Moa! Etwas größer als die Kiwis - und leider
ausgestorben ... So einen hätte ich unglaublich
gerne mal live gesehen ...
Mit dieser Box im Auto gings dann fünf Minuten die Straße runter zu den restlichen Kiwis. Die kleinen Rowi und Haast Kiwis leben hier in einer Freiluftanlage, in der sie sich austoben dürfen und wachsen, bis sie groß und stark genug sind, um die Reise auf eine Insel in den Marlborough Sounds aufzunehmen (da bleiben sie dann ein gutes Jahr, bevor sie zurück in ihre Heimat, den Okarito Forest, dürfen).
Hier haben wir Sonny und Tiptoe dann also in ihren neuen Lebensabschnitt entlassen – ich durfte die kleinen halten und in ihr neues zuhause tragen. Oh Himmel, so adorable :)
Ehrlich, wer noch nie einen Kiwi gesehen hat, die sind einfach nur klein, knuddelig und unendlich flauschig! Ich verstehe jetzt hundertpro, warum man sie als Nationalvogel/tier haben wollen würde. Die sind einfach besonders (auch wenn ich gehört habe, dass sie nicht besonders intelligent sind …)
Aber es wurde noch besser. Ich half Krystal dabei, die Gehege ein bisschen aufzuräumen und Essen zu verteilen (lecker Ochsenherz, Katzenfutter, Gemüse, Beeren und Vitamine) und weil Chopper sich absolut weigert, alleine zu essen, mussten wir den Kleinen füttern. Arbeitsteilung – ich darf den kleinen Piepmatz halten und auf ihn aufpassen, während Krystal ihn zum Essen zwingt und Kotproben sammelt. Ich und die native kiwis, bester Nachmittag!
Kiwis haben übrigens extrem starke Füße, dafür, dass sie so klein und hilflos wirken … und ihre Federn sind wunderschön. Braun-Grau-Schwarz-Orange. Speziell. Und wirklich super flauschig. Ich hätte jetzt so gerne einen kleinen Federball hier bei mir ...
Ja, ich habe mich heute verliebt. Aber wie könnte man nicht? Besonders als ich zum Abschied noch einen Blick in eines der Häuschen werfen durfte, in dem drei Rowis, including one called Edgar, zusammengeknuddelt herumlagen. The most adorable thing ever.
Also ja, etwas anderes, was ich von der NZ-To-Do-Liste streichen darf, auch wenn ich noch nicht genug von den Kiwis habe. Bei weitem nicht.


Diese süßen Kiwis suchen ein neues Zuhause :)

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