Mittwoch hatte ich mal
wieder eine dieser wundervollen Erfahrungen. Einmalig und
wahrscheinlich unvergesslich. Nachdem ich dem Wetterbericht zur
Abwechslung mal vertraut und den halben Tag verschlafen habe, bin ich
gegen Mittag aufgestanden und fand anstatt des Starkregens der
angesagt war einen wundervollen Sommertag vor meinem Fenster.
| Kiwi! Mal ein bisschen einen auf Touri machen, direkt vorm FourSquare (Glacier Motors ist meine Tankstelle :)) |
Nach einem Frühstück in
der Sonne, hab ich mich mal meiner weiteren Reiseplanung gewidmet und
gelesen, bevor Krystal mich um kurz vor drei abgeholt hat.
Krystal arbeitet hier in
Franz für das Department of Conversation (DoC) und kümmert sich um
die Kiwis. Und sie hat mich liebenswerterweise mal ein bisschen
mitgenommen.
Also, ja! Ich hab nach
über einem halben Jahr im Land eeeeendlich Kiwis sehen dürfen. Und
dann auch noch die süßesten und besten überhaupt – Rowi, the
rarest of them all.
Der Rowi wohnt hier in
der Nähe im Okarito Forest (yes, da wo ich Kayaken war!) und ist der
seltenste und bedrohteste Kiwi überhaupt. Und weil man sich deshalb
ja besonders viel Mühe geben sollte, kümmert sich hier in der Franz
Area eine ganze Crew um die Kleinen.
Da werden Eier im Wald
gesucht, im Westcoast Wildlife Centre ausgebrütet und die kleinen
Chicks bestens versorgt und beobachtet, bevor sie aus ihren
Brutkästen raus aufs Land dürfen. Zwei Rowis haben wir heute auf
diese Reise geschickt.
Zuerst waren wir im
Wildlife Centre und mussten warten, bis eine Tourgruppe genug kleine
Kiwis gesehen und alles erklärt bekommen hatte, bevor wir selbst
runter in den Keller des Gebäudes sind (auf Socken, weil wegen
steril und sicher und so). Im Keller fanden wir dann die Brutkästen,
einen Haufen Tafeln mit allen Namen und Infos der Kleinen, eine
Küche, Arbeitspläne – was man von so einer Kiwiaufzuchtstation
(oder whatever) eben erwartet.
Zwei weitere
Mitarbeiterinnen aus dem Wildlife Centre machten dann noch
Abschiedsfotos von ihren zwei kleinen Chicks und Sonny und Tiptoe
wurden in eine kleine, gepolsterte Box verfrachtet. Oh mein Gott, ich
weiß ja, dass ich für so kleine Tierchen extrem anfällig bin, aber
diese beiden Federknäule waren ja sowas von unglaublich süß! Ich
wollte sie unbedingt mit nach Hause nehmen! Ich möchte gerne einen
Kiwi haben, bitte! Schreibt das auf die Weihnachtsliste für
Dezember! :)
| Moa! Etwas größer als die Kiwis - und leider ausgestorben ... So einen hätte ich unglaublich gerne mal live gesehen ... |
Mit dieser Box im Auto
gings dann fünf Minuten die Straße runter zu den restlichen Kiwis.
Die kleinen Rowi und Haast Kiwis leben hier in einer Freiluftanlage,
in der sie sich austoben dürfen und wachsen, bis sie groß und stark
genug sind, um die Reise auf eine Insel in den Marlborough Sounds
aufzunehmen (da bleiben sie dann ein gutes Jahr, bevor sie zurück in
ihre Heimat, den Okarito Forest, dürfen).
Hier haben wir Sonny und
Tiptoe dann also in ihren neuen Lebensabschnitt entlassen – ich
durfte die kleinen halten und in ihr neues zuhause tragen. Oh Himmel,
so adorable :)
Ehrlich, wer noch nie
einen Kiwi gesehen hat, die sind einfach nur klein, knuddelig und
unendlich flauschig! Ich verstehe jetzt hundertpro, warum man sie als
Nationalvogel/tier haben wollen würde. Die sind einfach besonders
(auch wenn ich gehört habe, dass sie nicht besonders intelligent
sind …)
Aber es wurde noch
besser. Ich half Krystal dabei, die Gehege ein bisschen aufzuräumen
und Essen zu verteilen (lecker Ochsenherz, Katzenfutter, Gemüse,
Beeren und Vitamine) und weil Chopper sich absolut weigert, alleine
zu essen, mussten wir den Kleinen füttern. Arbeitsteilung – ich
darf den kleinen Piepmatz halten und auf ihn aufpassen, während
Krystal ihn zum Essen zwingt und Kotproben sammelt. Ich und die
native kiwis, bester Nachmittag!
Kiwis haben übrigens
extrem starke Füße, dafür, dass sie so klein und hilflos wirken …
und ihre Federn sind wunderschön. Braun-Grau-Schwarz-Orange.
Speziell. Und wirklich super flauschig. Ich hätte jetzt so gerne
einen kleinen Federball hier bei mir ...
Ja, ich habe mich heute
verliebt. Aber wie könnte man nicht? Besonders als ich zum Abschied
noch einen Blick in eines der Häuschen werfen durfte, in dem drei
Rowis, including one called Edgar, zusammengeknuddelt herumlagen. The
most adorable thing ever.
Also ja, etwas anderes,
was ich von der NZ-To-Do-Liste streichen darf, auch wenn ich noch
nicht genug von den Kiwis habe. Bei weitem nicht.
| Diese süßen Kiwis suchen ein neues Zuhause :) |
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